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Exhaus: Verein Kulturgraben wählt Timplan zum Vorsitzenden

Jugend- und Kulturarbeit : Exhaus Trier: Neue Gesichter, mehr Hilfe

Mehr finanzielle Unterstützung und neue Verantwortliche: Die Vision, wie das Angebot des insolventen Jugend- und Kulturzentrums Exhaus in Trier weitergehen kann, nimmt schärfere Konturen an.

Der frisch gegründete Nachfolgeverein Kulturgraben hat einen frisch gebackenen Vorstand. Zum Exhaus-Spendenkonto sowie der Spendenaktion eines Trierer Unternehmens ist eine weitere, große Aktion geplant, um Geld zu sammeln. Hier alle Infos:

Verein Kulturgraben Per Digitalsitzung haben die Mitglieder des neuen Vereins am Montagabend satzungsgemäß ihren Vorstand gewählt. Einstimmig votierten sie für Sascha Timplan als Vorsitzenden. Den Vorstand komplettieren Bernadette Borkam, Miriam Marzen, Thomas Thieß, Albert Fußmann und Benjamin Barth.

Auch der Förderverein konstituierte sich am Montagabend. Dessen Vorsitz übernimmt Albert Fußmann, der Anfang der 70er Jahre als Pädagogik-Student beim Exhaus in die Jugendarbeit eingestiegen ist, ab 1983 Mitarbeiter und von 1987 bis 1998 – der Blütezeit des Exhauses – Leiter der gesamten Einrichtung war. Den Vorstand des Fördervereins komplettieren Thomas Thiel (ehemaliger Leiter des Exhaus-Kulturbüros) und Kulturgraben-Vorsitzender Timplan.

Vorsitzender Timplan erklärte gegenüber dem TV: „Ich bin immer noch hin und weg und total überwältigt von den vergangenen Wochen. Wir haben es geschafft, innerhalb kürzester Zeit den Geist des Exhauses in die Zukunft zu transportieren. Unglaublich! Verein und Konzept stehen. Wir alle sind froh, auf dieser Grundlage in ein neues Jahr zu starten. Da ist noch viel Arbeit vor uns, und wir haben Lust, uns dieser zu stellen!“

Sein Konzept für die Jugendarbeit sowie das geplante Kulturangebot für Jugendliche und Erwachsene hat der Verein mit dem für die Bewilligung des Fördergelds zuständigen Trierer Jugendamt bereits besprochen. Die Stadtverwaltung hat sich dazu bislang noch nicht geäußert.

Spendenaktion 1 Das Trierer Unternehmen Holzland Leyendecker feiert in diesem Jahr sein 160-jähriges Bestehen. „Wir wollten aus diesem Anlass etwas für Kinder und Jugendliche tun und Mut machen, dass es weitergeht“, sagt Seniorchef Peter Leyendecker. Jede Spende bis 500 Euro, die bei der Carl-Theodor-Leyendecker-Stiftung eingeht, verdoppelt das Unternehmen. Bis zu 15 000 Euro als eigenen Spendenbeitrag will Leyendecker so leisten. „Wir sind sehr zufrieden, täglich gehen kleinere und größere Summen ein“, sagt Michaela Marx, Sprecherin der Leyendecker-Stiftung.

Die größte Einzelspende mit 4000 Euro sei von einem Trierer Unternehmen eingegangen. Die Privatspenden beliefen sich auf Beträge zwischen 20 und 500 Euro. Die Aktion läuft noch bis zum Jahresende. „Wir sind zuversichtlich, dass wir bis dahin 15 000 Euro an Spenden zusammenhaben und inklusive des Stiftungsbeitrags dann 30 000 Euro weitergeben können.“ Empfänger soll der Nachfolgeverein Kulturgraben sein. Spendenkonto bei der Carl-Theodor-Leyendecker-Stiftung, IBAN DE87 3706 0193 3017 0070 16, Pax Bank Trier, Stichwort: Exhaus.

Spendenaktion 2 Schon kurz nach der Pleite des Exzellenzhaus-Vereins wurde ein Spendenkonto eingerichtet, das treuhänderisch von Insolvenzverwalterin und Rechtsanwältin Christine Frosch verwaltet wird. Das Spendengeld ist vom noch laufenden Insolvenzverfahren unabhängig,  fließt nicht in dieses ein, sondern soll für den Neustart des Jugend- und Kulturzentrums verwendet werden. Das Treuhandkonto ist bei der Deutschen Bank Trier eingerichtet, IBAN:  DE49 5857 0024 0012 8660 07. Da es sich nicht um eine klassische Spende handelt, können keine Spendenquittungen ausgestellt werden.

Spendenaktion 3 Die beiden Trierer Musikgrößen Bernd Nink (unter anderem ehemaliger Leiter der Big-Band des Friedrich-Wilhelm-Gymnasiums und aktueller Leiter der Uni-Big-Band) und Georg Kern (Inhaber Musikhaus Reisser) wollen ihre Netzwerke aktivieren und rufen zu Spenden für den Erhalt des Exhaus-Musikangebots auf.

Ihre Idee: 500 Unterstützer finden, die jeweils 500 Euro spenden. So kämen 250 000 Euro zusammen, mit denen tatsächlich etwas auf die Beine gestellt werden könnte. „Unsere Kinder haben einen wichtigen Teil ihrer Jugend sinnvoll im Exhaus verbringen können. Das sollten die Generationen nach uns auch in Anspreuch nehmen können“, begründet Initiator Nink die Aktion.

„Sehr viele der Älteren sind zudem bestens mit Pensionen und Renten versorgt, haben keinerlei Einbußen durch Corona und können und wollen auch Beiträge leisten.“ Schließlich sei das Exhaus ein „wichtiger und nicht zu ersetzender Ort für musikalische Veranstaltungen gewesen“.

Wer eine Spende von 500 Euro zahlt, der könne sicher sein, dass diese nicht versickern werde: „Das Geld wird erst verwendet, wenn mindestens 500 Personen eine Spende von 500 Euro zugesagt haben – und somit eine hohe Gesamtsumme fix ist. Wenn keine 500 Menschen zusammenkommen, erhalten die Spender dagegen ihr Geld wieder zurück“, erläutert Kern.

Abgewickelt wird das Prozedere über den von Kern gegründeten Verein „Hauptsache Musik“, der bereits mehrere Projekte möglich gemacht hat. „Von der Spendensumme würden dann speziell Musikprojekte des Exhaus-Nachfolgers – vom Instrumentalunterricht bis zum Rockkonzert – mitfinanziert und ermöglicht“, erläutert Kern.

Für Spenden gibt es dieses Konto: Verein „Hauptsache Musik e.V. Trier“, Sparkasse Trier, Verwendungszweck Exhaus, IBAN
DE73 5855 0130 0001 0178 54.