Exil-Trierer kehrt nach 30 Jahren zurück

Exil-Trierer kehrt nach 30 Jahren zurück

Lange ist es her, da wurde er in Trier als Musiker und Künstler gefeiert. Nach 30 Jahren kehrt Rolf Lieser nun mit einer Ausstellung in seine Heimat zurück: Am Wochenende zeigt er in Kordel seine Bilder, nächstes in Trier.

Trier. Kontrastreiche Bilder, so bunt wie das Leben selbst. Lebensfrohe Momentaufnahmen von Mensch und Natur, festgehalten auf Leinwänden. Positives Denken dominiert Rolf Liesers Bilder. "Es geht mir um das Innere, die Seele. Meine Bilder schildern Träume, die man ja schlecht fotografieren kann", sagt der Künstler.
Manch ein Trierer mag sich noch erinnern, dass zu Rolf Liesers Talenten nicht nur die Malerei, Bildhauerkunst und Architektur gehören. Vor Jahrzehnten machte er sich als Drummer und Percussionist in verschiedenen Trierer Bands einen Namen. Er spielte unter anderem bei Pictures und Nazgul.
Menschen ganz nah


Nach seinem Studium der visuellen Kommunikation an der Fachhochschule in Trier kehrte Lieser seiner Heimat den Rücken und ging seiner Arbeit als Grafikdesigner in diversen Kölner Werbeagenturen nach. Den heute 58-Jährigen zog es allerdings zu anderen Tätigkeiten, zu mehr Freiheit.
Auf der Suche nach Sinn und Glück stieß er zufällig auf die "Stadt der Morgenröte", Auroville in Südindien. Er reiste dorthin - und fühlte sich sofort zu Hause. Bald entschied er, in Südindien zu bleiben. Die Einwohner Aurovilles schildert er als lebensfrohes Volk. Der Ort habe perfekt zu ihm gepasst, der schon immer von Spiritualität, Philosophie und Meditation getrieben und an Esoterik und New Age interessiert gewesen sei.
In Auroville fand er seine Berufung als Maler, Bildhauer und Architekt. Seit 1984 widmet er sich verschiedenen Kunstformen, darunter Ölmalerei, Terrakotta- und Lichtskulpturen. Seine Ausstellungen waren außer in Auroville auch in Delhi und Deutschland zu sehen.
Von seinem Vater, einem Architekten, hat er das Talent geerbt, außergewöhnliche Häuser zu planen und zu konstruieren. Auch das entfaltete er in Auroville: Etliche Jahre lang arbeitete er dort in der Stadtverwaltung und -planung.
Im April 2012 verschlug es ihn der Liebe wegen wieder nach Deutschland. Rolf Lieser heiratete, gab die Stadtplanung auf und widmete sich wieder seiner Arbeit als freischaffender Künstler. Derzeit arbeitet er in Overath bei Köln in seinem Atelier. "Ich weiß noch nicht, wie lange ich in Deutschland bleiben werde. Vielleicht nur temporär. Ich bin offen für Abenteuer", sagt er.
Nach mehr als 30 Jahren "Exil" kehrt Rolf Lieser nun für seine neueste Ausstellung "Bewegte Momente" in seine Heimatstadt Trier zurück, um seine Ölgemälde zu präsentieren. "Meine Werke erzählen von Bewegung, die in Momentaufnahmen festgehalten wird."
Zunächst sind Liesers Bilder am Samstag, 24. November, von 16 bis 20 Uhr und am Sonntag, 25. November, von 10 bis 18 Uhr in Kordel im Bürgerhaus zu sehen.
Eine Woche später zeigt Rolf Lieser seine Ausstellung im Bürgerhaus Trier-Nord, und zwar am Samstag, 1. Dezember, von 19 bis 21 Uhr und am Sonntag, 2. Dezember, von 10 bis 18 Uhr.