Fackelzug im Fluss

Gut geschützt mit Neoprenanzügen sind rund 100 Hobby- und Sporttaucher am Wochenende in Trier in die Mosel gestiegen. Ehrgeiziges Ziel: zwei Flusskilometer mit Fackeln in den Händen zurücklegen. Zum feuchten Fackelzug hatte die Tauchabteilung des Post-Sportvereins Trier (PST) anlässlich seiner Geburtstagsfeier eingeladen.

Im vier Grad kalten Wasser halten die Taucher ihre Fackeln hoch. TV-Foto: Cordula Fischer

Trier. "Meine Finger sind kalt", sagt Kevin Koch (12). Das ist die Aufregung, die den Zwölfjährigen vor dem Start zittern lässt. Denn er ist der jüngste Teilnehmer am Fackelschwimmen, zu dem rund 100 Taucher aus Deutschland, Frankreich, Luxemburg, Belgien und Österreich angereist sind. Zwei Kilometer wollen sie gemeinsam - jeder mit einer Fackel in der Hand - die Mosel stromabwärts bis zum Zurlaubener Ufer paddeln.

Abgehärtet und diszipliniert



Kevins Trick gegen die Kälte: "Ich habe zwei Neoprenanzüge übereinander angezogen. "Und dann wird es ernst: Die Fackeln werden entzündet, die Mutigen schlüpfen in ihre Flossen und gleiten in die eisigen, trüben Fluten. "Ganz schön kalt, wenn das Wasser in den Anzug reinläuft", sagt Katharina Ertz (17) von der Wasserwacht Bernkastel.

Aber die Taucher sind abgehärtet und diszipliniert, lassen sich von der Strömung erfassen und treiben. Am Ufer begleitet sie ein Tross von Fußgängern, von Römer- und Kaiser-Wilhelm-Brücke werden sie von Zaungästen angefeuert. Freudenschreie aus den dunklen Fluten lassen erahnen, dass es den Tauchern gut geht.

Ohne Unfälle - die Feuerwehr, DLRG, Wasserwacht, Wasserschutzpolizei und das Deutsche Rote Kreuz hatten mit Helfern zu Lande und zu Wasser vorgesorgt - kommen die Schwimmer schließlich nach einer Stunde in Zurlauben an. Letzte Hürde: das Ufer durch glitschigen Schlamm erklimmen. "Ich bin glücklich", sagt Katharina Ertz am Ziel. Auch Kevin lächelt. "Meine Füße waren so kalt", sagt der Zwölfjährige.

Deshalb hat er einige Meter vor dem Ziel das Wasser verlassen. "Ich bin trotzdem stolz." Wolfgang Keil vom Tauchsportclub Oktopus aus Bernkastel schwitzt: "Nach fünf Minuten war es mir schon zu warm." Dank der isolierenden Anzüge, die die Taucher trugen, und der Bewegung konnte ihnen das vier Grad kalte Wasser nichts anhaben.

Gründungsmitglieder werden geehrt



"Trier mal aus einer anderen Perspektive zu sehen und das bei Nacht - das war toll", sagt Keil. Nach der nächtlichen Badestunde trafen sich alle Teilnehmer in der BBS-Aula, um mit den PST-Tauchern den 30. Geburtstag der Abteilung zu feiern. Dabei wurden vier noch im Verein aktive Gründungsmitglieder geehrt: Hilde und Klaus Leukel, Jürgen F. Charles und Herbert Feilen.