Fahrgäste schauen noch bis Ostern in die Röhre

Fahrgäste schauen noch bis Ostern in die Röhre

Harte Zeiten für auskunftssuchende Stadtbus-Kunden: Sämtliche elektronischen Info-Säulen sind seit Monaten außer Betrieb. Die Stadtwerke kündigen einen Neustart mit verbesserter Technik an. Ostern soll es so weit sein.

Trier. Das Siechtum dauerte viele Monate, der Exitus kam im vergangenen Herbst: Das elektronische Informationssystem der Stadtwerke (SWT) ist mausetot. Wer an den meistfrequentierten Haltestellen erfahren will, wann sein Bus kommt, schaut in die Röhre. Böse Zungen könnten behaupten: Na und - auf das System war doch schon seit Jahren kein Verlass mehr. SWT-Verkehrschef Frank Birkhäuer ist die Sache dennoch "sehr unangenehm. Wir würden unsere Kunden gerne informieren, aber wir können es derzeit nicht. Noch nicht."
Dass das 1996 von den SWT eingeführte rechnergestützte Betriebsleitsystem (RBL) irgendwann endgültig den Geist aufgeben würde, war schon lange klar. "Die Technik ist inzwischen so veraltet, dass es nicht einmal mehr Ersatzteile gibt", sagt Birkhäuer. 2012 streikten die Infosäulen gleich mehrere Wochen lang (der TV berichtete), Notreparaturen brachten aber keinen dauerhaften Erfolg. Im Herbst kam das endgültige Aus - und erwischte die SWT laut Birkhäuer zum "denkbar ungünstigsten Zeitpunkt". Denn die SWT sind gerade dabei, ein neues Infosystem zu installieren. Und das braucht noch eine Weile bis zur Einsatzreife. "Voraussichtlich Ostern können wir loslegen."
Was auf sie zukommt, konnten Fahrgäste im Januar erleben. In sechs Gelenkbussen wurden Computersoftwares getestet und auf großen Bildschirmen neben der nächsten Haltestelle auch die darauf folgenden vier Stationen eingeblendet. 28 der 72 Stadtbusse verfügen über die technischen Voraussetzungen für solche Anzeigen und werden entsprechend ausgerüstet. Weil die Grafik wie "aus einem Guss" erscheinen soll, werden die acht Infotafel-Standorte in der City sowie Großbildschirme vor dem Hauptbahnhof auf das neue Erscheinungsbild aufgerüstet. Die schwarzen und roten Linien-Anzeigen auf gelbem Grund haben endgültig ausgedient. Zusätzlich wollen die SWT die Abfahrten ihrer Busse auch auf Großbildschirmen unter anderem in ihrem Kundenzentrum (Ostallee), im Stadtbad und im Rathaus-Foyer anzeigen.
Künftig soll es außerdem akustische Hinweise in allen Bussen geben - mit Kinderstimmen. Schüler haben in den vergangenen Wochen in einem Aufnahmestudio die Namen aller 418 Haltestellen im SWT-Liniennetz eingesprochen. rm.