Fahrraddiebstahl in der Region Trier 2018 mit Höchstwert

Kostenpflichtiger Inhalt: Aus dem Keller gestohlen: : Wie dreist Fahrraddiebe in der Region Trier zuschlagen

Radfahren boomt – doch auch die Zahl der Zweirrad-Diebstähle steigt: 2018 wurden im Raum Trier viel mehr Räder entwendet als in den Vorjahren. Woran das liegt und welche positiven Nachrichten es gibt.

Rund 15 000 Euro – das ist die Schadenssumme, die eine Hausratsversicherung in einem besonders krassen Fall von Fahrraddiebstahl ausgezahlt hat. Opfer ist der Trierer Optiker Jos Ruschel. Ihm wurden vor ein paar Monaten gleich drei hochwertige Fahrräder gestohlen. Der Dieb sei in den Keller seines Wohnhauses gekommen und habe das Vorhängeschloss an seinem Raum geknackt. Ein Triathlon-Rad, ein Rennrad und ein Mountainbike waren weg. Den Diebstahl hat Ruschel bei der Polizei angezeigt. Der 51-Jährige hat auch versucht, selbst über Facebook Zeugen zu finden. Obwohl er eigentlich alles richtig gemacht hat, indem er die Räder fotografiert, die Rahmen codiert und eine Versicherung abgeschlossen hat, bleiben sie verschwunden. Die Polizei hat die Ermittlungen eingestellt.

Ruschels Fall sticht heraus wegen des großen Sachschadens. Doch er ist nur ein Opfer von Tausenden. In Rheinland-Pfalz rechnet die Polizei jährlich mit 7000 Fahrraddiebstählen, deutschlandweit sind es rund 300 000. Im vergangenen Jahr registrierte das Polizeipräsidium mit 652 Fahrraddiebstählen ein Fünf-Jahres-Hoch für die Region. Auch in den anderen Jahren seit 2014 wurden jeweils mehr als 500 Fälle registriert. Polizei-Pressesprecher Uwe Konz spricht deshalb von einem „Massendelikt“. Doch er hat auch gute Nachrichten: Im ersten Halbjahr sind die Zahlen rückläufig. Bisher wurden 229 Fälle angezeigt, 149 davon in Trier. Die Stadt Trier bleibt die Hochburg der Fahrraddiebe in der Region.

Die Aufklärungsquoten sind dabei extrem niedrig. Bei einfachen Fahrraddiebstählen liegen sie seit 2014 zwischen 17,5 und 24,8 Prozent, bei schweren, wenn zum Beispiel Schlösser geknackt werden, zwischen 4.6 und zehn Prozent. Das liegt laut Polizei oft daran, dass relevante Hinweise fehlen wie die Codierung von Rahmen oder Angaben zu individuellen Merkmalen. „Überprüfungen im Rahmen von Polizeikontrollen liefern dann häufig keinen Hinweis darauf, ob das Fahrrad gestohlen ist“, sagt Konz.

Parallel zur Zahl der Diebstähle in den vergangenen Jahren ist der durchschnittliche Wert neu gekaufter Räder beständig gestiegen. Denn der Trend zu teuren E-Bikes mit aufwendiger Technik oder hochwertigen Sporträdern hält seit mehreren Jahren an. „Der Konsument ist bereit, immer mehr Geld für Qualität auszugeben“, sagt David Eisenberger, Sprecher des Zweirad-Industrieverbands (ZIV). 2018 waren es durchschnittlich 756 Euro pro neu gekauftem Rad. 2017 waren es noch 706 Euro, 2016 „nur“ 648 Euro pro Rad. Eingerechnet werden dabei laut Eisenberger günstige Discounter- und Kinderräder genauso wie E-Bikes, die kaum unter 2000 Euro zu bekommen sind.

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