Fahrschein zum Job

TRIER. (red) Wie oft müssen wir in unserem Leben den Job wechseln? Sind wir richtig ausgebildet für die Anforderungen des Arbeitsmarktes? Sitzen wir mit 65 Jahren immer noch auf der Schulbank und bilden uns weiter? An der Universität Trier beschäftigen sich die Soziologinnen Katrin Baltes und Andrea Hense mit dem Thema.

Die Arbeitswelt wandelt sich rasant, allerorten wird nach Antworten auf drängende Zukunftsfragen gesucht. Mit der "Weiterbildung als Fahrschein aus der Zone der Prekarität" befasst sich das Trierer Forschungsprojekt. Zum Auftakt geben Soziologen und Erziehungswissenschaftler aus Berlin, Hamburg und Trier am heutigen Freitag Einblick in die zentralen Themenbereiche (13-19 Uhr im Raum A9/10 der Universität Trier). "Weiterbildung ist ein exklusives Gut, in dessen Genuss nicht alle gleichermaßen kommen", sagen Baltes und Hense. Klarer Trend: "Gerade weil die Teilnahme an beruflicher Weiterbildung bei Höherqualifizierten stärker ist als bei Geringerqualifizierten, und weil sie in der aktuellen wirtschaftlichen Situation zusätzliche Chancen am Arbeitsmarkt eröffnet, verstärkt sie bereits bestehende Bildungsungleichheiten und Nachteile am Arbeitsmarkt." Seit den 70er-Jahren entstehen neue Formen von Erwerbsarbeit, die zunehmend von einem gesicherten Normalarbeitsverhältnis abweichen. Diese so genannten "prekären" Beschäftigungsformen schaffen zusammen mit der wachsenden Arbeitslosigkeit neue Bedingungen am Arbeitsmarkt. Die Trierer Soziologinnen untersuchen, welche Unterschiede in der Weiterbildung zwischen Arbeitslosen, Leiharbeitern und Beschäftigten in Normalarbeitsverhältnissen bestehen, und wie diese Unterschiede begründet sind. Ferner soll beleuchtet werden, inwiefern Weiterbildung bessere Chancen am Arbeitsmarkt verschafft. Neben der Auswertung amtlicher Statistiken werden 30 Soziologie-Studenten in den nächsten Wochen zu Befragungen in die Region ausschwärmen. Schwerpunkt-Thema: Leiharbeit. Mit ersten Ergebnissen ist Mitte des Jahres zu rechnen.