Fantasieland in Kinderhand

Fest in Kinderhand ist Triers einzige Kunstbaustelle Tufatopolis. 36 junge Baumeister haben diese Woche hämmernd, sägend und klopfend dafür gesorgt, dass das Fantasiereich der Tuchfabrik im Osterworkshop weiter in die Höhe und Breite gewachsen ist. Auch nach den Ferien geht es weiter.

Trier. Jeden Morgen kurz vor 9 Uhr bot sich diese Woche das gleiche Bild vor dem Bretterzaun in der Wechselstraße. Kinder, mit Rucksack, Akkuschrauber und Hammer ausgerüstet, warten laut schwatzend und gut gelaunt auf Einlass. Fünf Tage lang dürfen sie sich in ihrer eigenen Welt der Kreativität und Fantasie austoben. Planen, bauen, hämmern, sägen, schrauben, matschen und spielen sind angesagt. Triers einzige Kunstbaustelle Tufatopolis ist nicht nur für Stadtkinder das Paradies schlechthin.
Leben wie Pippi Langstrumpf


Hier darf nach Herzenslust ohne Reglements und Auflagen frei gebaut werden. Mit Holz, Stoff und Pappe. Es entstehen ganze Dörfer, Hütten, Tipis und Iglus. Die 36 jungen Baumeister im Alter zwischen neun und 14 Jahren fühlen sich "sauwohl", wie es Lukas ausdrückt, während er der kleinen Helena hilft, ihr "Eiscafé" Brett für Brett auszubauen. Der achtjährige Laurent und der siebenjährige Juri sind dabei, einen Wachturm mit Dachpappe auszulegen. Kathrin (10) rollt die blaue Farbrolle über die Holzwand neben der Brücke. "Sieht das nicht toll aus?", ruft sie und streicht sich die blaue Farbe aus den blonden Haarsträhnen.
Wer den Kindern zusieht, versteht: Hier sind die Großen außen vor, hier entsteht eine freie Kinder-Kunstwelt, wie in der Literatur bei Pippi Langstrumpf. Die fünf Betreuer, Pädagogen und bildenden Künstler (Susanne Wenzel, Lars Koehler, David Geulen, Sebastian Böhm, Patrick Graul) helfen nur, wo nötig und wenn sie um Hilfe gebeten werden. "Der Schaffensdrang der Kinder ist riesig. Und ihre Fantasie grenzenlos!
"Hier entsteht ein Kiosk, dort wird ein Garten angelegt!", sagt Lars Koehler. Die meisten seien zum zweiten oder dritten Mal dabei, würden sich im Material-Container bestens auskennen und auch ihr eigenes Werkzeug mitbringen.
Für die Leiterin des Projektes, Kunsthistorikerin Christina Biundo, ist die Kunstbaustelle mit dem freien Planen und Bauen das beste Übungsfeld für soziales Verhalten,
Teamarbeit, Aufgabenteilung und Konfliktlösungen. Nicht umsonst bietet die Tufa Trier ihre Kunstbaustelle Schulen und Jugendhilfeeinrichtungen auch für eine Erlebnistherapie an.Extra

Es geht künftig jeden Freitag weiter: Nach den Osterferien steht die Kunstbaustelle Tufatopolis Kindern im Alter zwischen neun und 14 Jahren jeden Freitag von 15 bis 18 Uhr für das freie Bauen zur Verfügung. Anmeldung ist vor Ort möglich. Weitere Informationen bei Anja Koenen, 8 bis 13 Uhr, unter Telefon 0651/718-2419 oder per E-Mail an anja.koenen@trier.de sbn