Fantastisch, harmonisch und irgendwie anders

Fantastisch, harmonisch und irgendwie anders

Mehr als ein halbes Dutzend Fantasy-Romane, zahlreiche Kurzgeschichten und ein Buch über Homosexualität im Fußball: Autorin Sophie R. Nikolay (34) hat schon einiges zu Papier gebracht. Jetzt ist ihr erster Krimi, der in Trier spielt, erschienen.

Trier. Die Motivation eines Schriftstellers kann so unterschiedlich sein wie die Geschichten, die er erzählen möchte. Bei Sophie R. Nikolay war es die Enttäuschung über gelesene Romane und der Wille, es besser zu machen.
"Ich hatte am Ende eines Buches manchmal ein schlechtes Gefühl und war einfach nicht zufrieden damit", sagt sie. Seit 2010 schreibt die 34-Jährige deshalb selbst Fantasy-Romane und legt dabei besonderen Wert auf spannende Geschichten mit leicht erotischen Zügen.MENSCHEN GANZ NAH


Jetzt hat sie ihren ersten Kriminalroman veröffentlicht. Er trägt den Titel "Blut im Schnee" und spielt in der Region Trier. "Trier als Schauplatz ist ideal: Hier kenne ich mich genau aus", begründet Nikolay ihre Wahl.
In der Geschichte geht es um einen Serienmörder, der es auf homosexuelle Männer abgesehen hat. Damit ist der Krimi thematisch einzigartig in der Region. Schon 2012 hat Nikolay eine Geschichte über Homosexualität im Fußball geschrieben. "Unterschiedlichkeit unter den Menschen soll keine Rolle spielen, bei mir geht es um Harmonie", erklärt sie.
Sophie R. Nikolay ist allerdings nicht ihr echter Name. Als die Autorin 2010 unter die Schriftsteller ging, legte sie sich ein Pseudonym zu. Die Region Trier ist bereits seit ihrer Geburt ihre Heimat. Zur Schriftstellerei im großen Stil kam Nikolay ganz spontan: Nach einigen Kurzgeschichten, die sie über eine Internetseite verbreitete, bekam sie viele positive Meinungen.
"Ein Kollege hat mich 2010 auf den AAVAA-Verlag aufmerksam gemacht, der vielen Anfängern eine Chance bietet." Ab da ging dann alles sehr schnell. Auf Nikolays erstes Fantasy-Buch folgten bis heute sieben weitere Romane und mehrere Kurzgeschichten, weitere sind in Planung.
Mittlerweile lebt sie zusammen mit ihrem Mann und ihren drei Kindern in der Großregion. Dem Schreiben widmet sie sich neben der Haus- und Familienarbeit, auch wenn das Autorendasein für den Lebensunterhalt nicht ganz reicht.Ein nettes Taschengeld


"In einem Jahr habe ich ungefähr 7000 Bücher verkauft, das ist ein nettes Taschengeld", sagt Nikolay. Die Inspiration kommt aus dem ganz normalen Alltag, aus Gesprächen mit Testlesern, aus dem Freundeskreis und den Medien.
Schon immer hat sie das Fantasy-Genre fasziniert. "Die Vorstellung, dass Fantasiegestalten verborgen in der modernen Welt leben, reizt mich."
Die international erfolgreiche "Black-Dagger"-Reihe von J. R. Ward, die sich ebenfalls um mystische Wesen dreht, hat die 34-Jährige dabei besonders geprägt. "Mir ist es jedoch wichtig, meine Geschichten so zu gestalten, dass sie später in keine Schublade passen und einfach anders sind", erklärt sie.
Die abschließende Frage, ob Nikolay dem Schreiben oder dem Lesen den Vorzug gibt, ist schnell geklärt: "Schreiben ist für mich wie ein Ruhepol im Leben. Sich Geschichten auszudenken ist viel entspannter als sie selbst zu lesen."