Kriminalität : Fast täglich Hacker-Angriffe auf Kliniken auch in der Region Trier

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Auch Kliniken in der Region werden fast täglich von Hackern angegriffen. In den meisten Fällen können die Angriffe aber abgewehrt werden.

Kliniken sind fast täglich Hacker-Angriffen ausgesetzt. Das ergab eine Nachfrage von volksfreund.de bei einigen Krankenhäusern. Bis jetzt sei aufgrund der Sicherheitsmaßnahmen kein Schaden entstanden, heißt es aus dem Trierer Mutterhaus.

„Wir haben bisher Glück gehabt“, sagt auch Wolfgang Bart, IT-Sicherheitschef bei der Marienhaus GmbH. Zu der Unternehmensgruppe gehören unter anderem die Krankenhäuser in Bitburg, Hermeskeil und Gerolstein. Auch berichtet er von täglichen Versuchen, in die Computersysteme der Einrichtungen zu kommen. Rund 100 Mails mit Anhängen, die Schadsoftware enthielten, die beim Öffnen Daten abgreifen würden oder auch Computer lahmlegten, würden täglich abgefangen, sagt Barth.

Es gebe auch immer wieder gezielte Angriffe auf die IT der Kliniken, auch diese seien bislang immer abgewehrt worden. Aber die ständigen Attacken stellten die Sichehreitsexperten der Marienhaus GmbH immer wieder vor neue Herausforderungen. „Das ganze gleicht einem Hase- und Igel-Spiel“, sagt Barth. Immer wenn die Systeme vor einem Computervirus geschützt seien, versuchten Hacker einen neuen einzuschleusen. Eine hundertprozentige Sicherheit sei aber nicht möglich, sagt die Sprecherin des Mutterhauses.

Das sagt auch der Präsident der Landesärztekammer, Günther Matheis. „Denn die Hacker sind sehr kreativ und finden auch kleinste Schlupflöcher. IT-Sicherheit darf sich deshalb nicht nur auf Investitionen in die technische Infrastruktur begrenzen, sondern muss auch personell Kapazitäten ermöglichen.“ Es sei daher „absolut notwendig“, dass Krankenhausentscheider gezielt in die IT-Sicherheit investierten, sagt Matheis.

Kürzlich hat es einen gezielten Hackerangriff auf Einrichtungenin Trägergesellschaft des Deutschen Roten Kreuzes Süd-West gegeben. Betroffen waren 20 Krankenhäuser, Tageskliniken, medizinische Versorgungszentren und Arztpraxen in Rheinland-Pfalz und dem Saarland. Ein Trojaner hatte Server und Datenbanken verschlüsselt, so dass Mitarbeiter nicht mehr darauf zugreifen konnten. In der Folge habe die Aufnahme von Patienten mit Kugelschreiber und Papier stattgefunden.

Der rheinland-pfälzische Datenschutzbeauftragte Dieter Kugelmann sagte nach dem Bekanntwerden des Angriffs, der Vorfall zeige wie verwundbar Krankenhäuser mit der zunehmenden Digitalisierung seien.

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