Fast wie in Schilda

Während Hunderte von Touristen den Simeonstift-Westflügel Richtung Brunnenhof durchströmen, sollen Kellner mit vollen Getränketabletts und heißen Speisen auf den Tellern von rechts nach links eilen.

So hat es der Architekt Baumwerde vorgesehen - und damit einen architektonischen Grundsatz missachtet. Denn ein - hoffentlich viel genutzter - öffentlicher Verkehrsweg darf keinen privaten Gastro-Übergang zwischen Küche und Restaurant kreuzen. Das gibt es zwar bei der Bewirtung von Außenterrassen, aber für eine neu eingeplante Innengastronomie ist das undenkbar. Abgesehen vom Hindernislauf: Wer sitzt im Winter schon gerne in einem Raum, in dem zusätzlich zu den Gästen auch die Kellner ständig die Tür aufreißen müssen. Die Torbögen fest zu verglasen würde das Problem zwar baulich lösen - aber den öffentlichen Charakter und den Flair des Westflügels zerstören. Touristen dürfen nicht den Eindruck gewinnen, nur durch eine private Gastronomie Zugang zum Museum zu haben. Eine bessere architektonische Lösung hätte das Problem von vornerein vermieden. c.wolff@volksfreund.de

Mehr von Volksfreund