Faszinierende Antike

TRIER. Die römischen Legionen haben ein Weltreich erobert. Taktik, Bewaffnung und Zweikampfstärke der antiken "Milites" demonstrierten neuzeitliche Legionärsgruppen auf dem Exerzierfeld der Kaiserthermen, deren detailreiche Darstellung des römischen Lebens die Besucher begeisterte.

Militärischer Drill und römisches Handwerk prägen im "Brot und Spiele"-Programm das Geschehen in den Kaiserthermen. Die traditionelle Zweiteilung hat sich bewährt: Während die Gladiatorenkämpfe im Amphitheater - im positiven Sinn - die Nerven strapazieren, bieten die Kaiserthermen einen familien- und kinderfreundlichen Bummel durch die römische Antike.Vorsicht: "Mulsum" wirkt nachhaltig

Münzprägung, Bronzegießer, Mythenzelt, Schmied, Friseur und Bäcker zeigen ihre Kunst. Astronomische Instrumente erregen Aufmerksamkeit, der Knochenschnitzer wird bestaunt. Hungrige werden von römischen Probierküchen und der Taberna mit "Mulsum" bedient. Wer der würzigen Weinmischung intensiver zusprechen will, braucht etwas Mut und eine Mitfahrgelegenheit nach Hause. Die Kinder freuen sich. Sie toben mit Holzschwertern übers Exerzierfeld und bestaunen die schwer gerüsteten Legionäre, deren Vorgesetzte Befehle brüllen. Die "Milites" des Jahres 2005 sind ebenso wie die Gladiatoren im Amphitheater keine Schauspieler, sondern Experten auf ihren Gebieten. Sie erklären die Taktiken der Kohorten, die Bewaffnung, die Elemente des Soldatenlebens. Übungen, eine Wachablösung und auch Kämpfe zu Pferde erregen Aufmerksamkeit. Die alten Römer konnten nicht nur kämpfen. Auf der Theaterbühne im "Caldarium" wird das Stück "Persa" nach Plautus in deutscher Sprache aufgeführt. Römische Musik und Tanz und Vorträge über die medizinische Versorgung sowie das Finanzsystem ergänzen das Programm.Viel Lob vom Publikum

Wer sich in die Unterwelt hinabwagt, erlebt eine faszinierende Inszenierung. Die mystische Nacht in den Versorgungsgängen der Kaiserthermen thematisiert die Sklaverei. Ein sehr mühevolles Dasein, das von jungen Schauspielern sehr anschaulich dargestellt wird. Klang- und Lichtinstallationen intensivieren die Darstellung. Wie urteilt das Publikum? "Ich erlebe Brot und Spiele schon zum dritten Mal", sagt Herbert Götz aus Euren. "Das Spektakel ist eine kluge Art und Weise, das römische Erbe der Stadt Trier für ein breites Publikum interessant zu machen." Dirk Grunert aus Konz hebt die "hohe Interaktivität, die vor allem meinen beiden Kindern viel Freude macht", hervor. Nina Hamacher aus Tarforst lobt die Gladiatoren-Show. "Mir ist aufgefallen, dass die Zuschauer sich immer für ein Weiterleben des Verlierers entscheiden haben. Fast alle haben ,Vitam' gerufen."