Fasziniert von Filz

Sie ist begeisterte Kunsthandwerkerin und Musiklehrerin. In der Stadtbibliothek Palais Walderdorff sind bezaubernde Werke von ihr zu sehen: Bis zum 28. November geht Andrea Frings' Filz-Ausstellung.

Trier. Kinder mögen vor allem von den schönen bunten Filzkugeln fasziniert sein, ebenso von den zarten Blumensträußen und humorigen Eierwärmern. Erwachsene bewundern etwa die kunstvoll geschaffenen Kleidungsstücke, Taschen und Kissen aus Filz. "Ich habe einmal Dinge aus Filz gesehen, die mir gut gefallen haben", sagt Andrea Frings. "Ich habe mich gefragt - wie kann das sein, dass die nur aus Wolle, Wasser und Seife bestehen?" Die Frage ließ der Lehrerin für musikalische Früherziehung keine Ruhe: "Ich bin ein hartnäckiger Typ", sagt sie über sich. "Mich reizt es, wenn's schwierig wird - dann muss ich mich durchbeißen."

Filzen sei ein Handwerk, das viel Planung, Überlegung und Konzentration erfordere. "Man fand sogar Reste, die man in die Jungsteinzeit datiert", berichtet Andrea Frings. Und: "Filzen ist einfacher als Weben, Stricken oder Häkeln." Vor rund vier Jahren lieh sich die begeisterte Stadtbibliotheksbesucherin Bücher zum Thema "Filzen" aus und machte sich ans Werk. "Meine ersten Pantoffeln wurden viel zu klein." Eine Jacke, für die Andrea Frings sogar die großen Filzstücke selbst herstellte, ist ihr dagegen sehr gut gelungen. Die jahrelange Verwendung sieht man ihr nicht an, genauso wenig wie ihrer Musiktasche, die derzeit in der Stadtbibliothek Palais Walderdorff gemeinsam mit vielen weiteren Filz-Kunstwerken zu sehen ist.

Geboren in Köln, lebt Andrea Frings seit 1964 in Trier und fühlt sich hier sehr wohl: "Ich habe einen definitiven Hang zu kleinen Städten. Trier finde ich klasse!"

Die Filz-Ausstellung in der Stadtbibliothek ist die zweite im Rahmen eines Kooperationsprojekts zwischen Bibliothek, Musikschule und Volkshochschule. Derzeit bietet Andrea Frings dort Kurse im Flächen-, Formen- und Schmuckfilzen an. "Das ist unglaublich befriedigend", stellt sie fest.