Fehler mit tragischen Folgen

Autofahrer in Trier halten den Sicherheitsabstand nicht ein, machen Fehler beim Abbiegen und sind trotz der Blitzer-Offensive der Stadt zu schnell - jedoch nicht mehr so oft wie im Vorjahr. Das zeigt die Unfallstatistik 2016.

Trier Sowohl die Zahl der Unfälle auf den Trierer Straßen als auch die Zahl der Menschen, die dabei verletzt wurden, haben sich 2016 verringert. Dennoch vergeht im Schnitt weiterhin kein Tag in Trier, an dem nicht mindestens ein Auto- oder Motorradfahrer, Radfahrer oder Fußgänger zum Fall für den Notarzt wird. Die gestern veröffentlichte Statistik der Polizei Trier zeigt 4263 Verkehrsunfälle, im Vorjahr waren es 4314.

Die Opfer: Bei 468 Verkehrsunfällen wurden insgesamt 614 Menschen verletzt, davon einer tödlich, 70 schwer und 543 leicht. Das sind 22 Verletzte weniger als im Jahr 2015. Zu den Unfallopfern gehören 41 Kinder. Der Großteil wurde als Mitfahrer in einem Auto verletzt, sechs Kinder als Fußgänger und zehn als Radfahrer.

Die Ursachen: Hier hat sich nichts geändert. Wieder ist der zu geringe Sicherheitsabstand der Spitzenreiter. Fast die Hälfte aller Unfälle, ganz genau sind es 2013 und damit 47,2 Prozent, basieren auf der zu geringen Distanz zum Vordermann.
Auf den nächsten Plätzen folgen wie auch schon in den Jahren davor handwerkliche Fehler im Straßenverkehr. Fahrer achten beim Abbiegen, Wenden und Einfädeln nicht auf den Gegenverkehr. 1075 Unfälle fallen in diese Kategorie. Das Nichtbeachten der Vorfahrt endete in 253 Fällen mit einem Unfall.

Die Geschwindigkeit: Diese Kategorie ist besonders interessant, denn im Jahr 2016 hat die Stadt Trier das Blitzen der Temposünder auf ihren Straßen übernommen und wesentlich offensiver verfolgt, als es der Polizei in den Jahren davor möglich war. Die Ergebnisse: 82 000 Verstöße, 570 Fahrverbote, 2115 Messstunden und fast zwei Millionen Euro an Verwarnungs- und Bußgeld (der TV berichtete).
Hatte diese Offensive Auswirkungen auf die Unfälle wegen zu hoher Geschwindigkeit? Offenbar ja. Die Zahl dieser Unfälle sank von 214 um ein Drittel auf 146. In keiner anderen Unfallkategorie der Statistik für 2016 gibt es eine derart massive Abweichung zum Vorjahr.

Die Radfahrer: An 141 Unfällen waren Fahrradfahrer beteiligt, zehn weniger als in 2015. Mehr als die Hälfte dieser Unfälle, genau 78, haben die Radfahrer laut Mitteilung der Polizei selbst verursacht. Die Ermittler nennen als Ursachen die Nutzung falscher Fahrbahnteile wie Gehwege oder Fußgängerüberwege und das falsche Einfahren in den fließenden Verkehr beispielsweise aus Grundstückseinfahrten.

Die Fußgänger: 65 Passanten waren 2016 in Unfälle verwickelt, fünf mehr als im Jahr davor. 20 wurden schwer und 44 leicht verletzt. Ein Fußgänger wurde getötet. Ein 72-Jähriger ist Anfang Februar in der Paulinstraße von einem Auto erfasst worden, dessen Fahrer aus einer Ausfahrt auf die Straße einbog. Zwei Tage später starb der 72-Jährige an den Folgen seiner schweren Verletzungen.
Der Rausch: Insgesamt waren bei 81 Verkehrsunfällen Alkohol, Drogen oder Medikamenteneinfluss die Hauptunfallursache. Diese Quote von 1,9 Prozent aller Unfälle entspricht genau den Daten aus dem Vorjahr.
Doch eine weitere Zahl ist stark gesunken: 283 Straf- und Ordnungswidrigkeitsverfahren wegen Fahrens unter Alkohol- oder Drogeneinwirkung hat die Polizei 2016 eingeleitet. Im Jahr davor waren es noch 452. In 107 Fällen konnten die Beamten gerade noch rechtzeitig eine Trunkenheitsfahrt verhindern.Extra

Die Polizeiinspektion Trier ist nicht für das gesamte Stadtgebiet zuständig. Die Stadtteile Biewer, Ehrang/Quint, Pfalzel und Ruwer/Eitelsbach fallen in das Ressort der Polizei Schweich. Die Polizei Trier ist außerdem zuständig für die Ortsgemeinden Hockweiler, Franzenheim, Igel, Langsur, Ralingen und Trierweiler der Verbandsgemeinde Trier-Land sowie für Korlingen, Sommerau, Gutweiler, Gusterath, Pluwig und Ollmuth in der Verbandsgemeinde Ruwer. Die Polizeiinspektion Schweich meldet für 2016 insgesamt 1507 Unfälle. 1138 ereigneten sich in der Stadt und der Verbandsgemeinde Schweich sowie in Teilen der Verbandsgemeinden Trier-Land und Ruwer; die restlichen 369 im Stadtgebiet Trier. 241 Menschen wurden verletzt.

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