Feller feiern Mettenschicht

Mit Geschichten und Geschichte haben Feller Bürger die zweite Mettenschicht am Besucherbergwerk Fell gefeiert.

Fell. (red) Erhellt von knisternden Schwedenfeuern, Fackeln und Karbidlampen, bot die winterliche Schieferhalde des Besucherbergwerks Fell die vorweihnachtliche Kulisse. Nach der musikalischen Eröffnung durch die Jagdhornbläser erläuterten Simone Hennen und Carmen Wagner von der Bergmannskapelle Fell die Bedeutung der Mettenschicht: Die letzte Schicht der Bergleute von Weihnachten, die der Einstimmung auf Weihnachten und der Besinnung gewidmet war. Pfarrer Andreas Bronder sprach das Einfahrtsgebet, bevor die behelmten Teilnehmer in die Grube "einfuhren".

In der großen Kammer der Grube Hoffnung beeindruckte die 88-jährige Greta Gorges. Sie erzählte von den Kriegsjahren, die sie in dieser Grube verbrachte und in der sie Sterben und Geburt erlebte. Hannelore Weber, die Thommer Mundart-Dichterin, unterstrich die gute Nachbarschaft zwischen Fell und Thomm. Sie begeisterte die Gäste mit ihren Gedichten: "Johannschi", der böse Betriebsleiter, der immer noch in den Wäldern zwischen Fell und Thomm umgeht, und die heiteren Verse von den "Zoppenträjern", die Kinder, die das Essen zu den Vätern in die Grube trugen und ab und an auch Schabernack damit trieben.

Musikalisch wurde die Mettenschicht gestaltet vom Männergesangverein Eintracht Fell sowie Stefan Jakobs und Helena Franzen von der Bergmannskapelle.

Nach der Ausfahrt aus der Grube geleiteten die Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr Fell die Teilnehmer im Fackelschein zurück zur Schieferhalde, wo eine kräftige Suppe und ein kleiner Weihnachtsmarkt auf die Besucher warteten.

Zum Abschluss der Mettenschicht überreichte Rony Sebastiani Dankurkunden an die langjährigen Führer des Besucherbergwerks, Isabell und Daniel Felten sowie Hans-Walter Thul, und dankte allen Mitwirkenden.