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Ferienprogramm soll Eltern in der Region bei der Betreuung entlasten

Die nächste Lücke naht : Ferienprogramm soll Eltern in der Region bei der Betreuung entlasten

Die Träger der Jugendhilfe und die Stadt Trier entwickeln ein Betreuungskonzept für die großen Ferien. Insbesondere soll Familien geholfen werden, deren Nachwuchs schon in den vergangenen Wochen zu Hause bleiben musste.

In den Schulen hat nach und nach der Vor-Ort-Betrieb wieder begonnen. Und auch in den grundsätzlich immer noch geschlossenen Kitas sind die Aufnahmekriterien gelockert worden und mehr und mehr Kinder in der Notbetreuung.

Doch die nächste Betreuungslücke tut sich bereits auf: die Sommerferien. Der Schulunterricht pausiert ab Anfang Juli für sechs Wochen, Kitas haben in dieser Zeit in der Regel drei Wochen lang geschlossen.

Schon ohne Corona stehen insbesondere Alleinerziehende während der großen Ferien häufig vor der Frage, wie und wer ihre Kinder in den langen Wochen betreut. Ferienfreizeiten sind häufig ausgebucht und für kleinere Kinder ohnehin nur selten geeignet. Im bevorstehenden Sommer sind die Kapazitätsprobleme noch einmal größer: Zum einen haben viele Eltern wegen monatelangen Schließung von Kitas und Schulen ihren Jahresurlaub bereits oder so gut wie aufgebraucht. Und etliche Ferienfreizeiten von Vereinen und Einrichtungen sowie jährlich organisierte Ausflüge fallen ins Wasser, weil sie wegen der weiterhin geltenden Regeln zum Infektionsschutz nicht möglich sind.

Mehrere freie Träger und Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe haben allerdings bereits Ideen entwickelt, wie Kinderbetreuung in diesen besonderen Sommerferien trotzdem stattfinden kann. Dass die Vorschläge in ein schlüssiges Konzept gegossen werden sollen, hat der Trierer Stadtrat in seiner Sitzung am Dienstag einstimmig beschlossen.

Zusammen mit den Trägern soll Sozialdezernentin Elvira Garbes (Grüne) einen Plan entwickeln, um die Betreuung vor allem von Kindergarten- und Grundschulkindern in den großen Ferien sicherzustellen. Initiiert hatte den Antrag die SPD-Fraktion. Alle anderen Ratsmitglieder stimmten zu.

Die Kosten, die den Trägern und Einrichtungen durch den Mehraufwand für die Ferienangebote entstehen, soll die Stadt von den rund 2,8 Millionen ausgleichen, die das Land für die Abmilderung der Corona-Krise zur Verfügung gestellt hat.

„Eltern haben in den vergangenen Wochen alles getan, um Kinderbetreuung, Homeschooling und Arbeit irgendwie unter einen Hut zu bekommen“, sagte SPD-Sprecherin Isabell Juchem. Nicht nur den Eltern gegenüber sei die Stadt insbesondere in der Corona-Krise verpflichtet, mit für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu sorgen. „Wir sind es auch den Kindern schuldig, deren Bedürfnissen nachgekommen werden muss“, betonte Juchem. Außerdem gebe es Jungen und Mädchen, für deren Wohl eine professionelle Betreuung nötig sei.

Jutta Albrecht von der CDU erklärte, dass es richtig sei, die Mehrkosten für die Ferienbetreuung aus dem städtischen Haushalt zu bezahlen. Die Eltern dürften nicht zusätzlich belastet werden. „Wir müssen allerdings unbedingt den Überblick darüber behalten, wie viel des vom Land zur Verfügung gestellten Geldes wir wofür ausgeben“, betonte Albrecht.

Theresia Görgen von der Linken forderte, dass die Entwicklung des Konzepts nicht den Trägern überlassen werden dürfe, sondern Verwaltung und öffentliche Gremien eingebunden sein müssten.

Ingrid Moritz, die für die Freien Wähler in den Stadtrat eingezogen war, mittlerweile aber aus der Partei ausgetreten ist, betonte, es müsse darauf geachtet werden, dass auch bei den verschiedenen Ferienprogrammen die Corona-Hygienevorschriften eingehalten werden. Auch AfD-Sprecherin Christa Kruchten-Pulm griff diesen Aspekt auf – allerdings aus anderer Perspektive: „Solange die Landesregierung an den strengen Hygienevorschriften weiter festhält, wird es schwierig, die Ferienbetreuung umzusetzen.“

Sozialdezernentin Garbes versicherte, dass sie auch vor der Antragstellung durch die SPD bereits Kontakt zu den Trägern aufgenommen und Gespräche über die Kinderbetreuung in den Sommerferien geführt habe. „Wir sind bereits in den Vorbereitungen“, sagte Garbes.

Wie die Betreuung insbesondere von kleineren Kita-Kindern geregelt wird, steht allerdings noch nicht fest. „Meines Erachtens sollten die Kinder möglichst in ihren angestammten Kitas betreut werden“, sagte Garbes.

Ein Problem ist, dass die Zeit drängt. Bis zum Sommerferienbeginn am Montag, 6. Juli, sind es schließlich nur noch gut fünf Wochen. Der Stadtrat hat der Stadtverwaltung daher eine Frist gesetzt: Bis zur Sitzung des städtischen Steuerungsausschusses am Dienstag, 23. Juni, muss demnach ein schlüssiges Betreuungskonzept vorliegen.