1. Region
  2. Trier & Trierer Land

Fest der Römischen Weinstraße 2018

Veranstaltung : Fest der Römischen Weinstraße: Start in den Sommer mit gekrönten Häuptern (Fotos)

An der Mittelmosel hat die Saison der Weinfeste begonnen. Mit ihrem Fest der Römischen Weinstraße gingen am Wochenende die Schweicher ins Rennen.

Fest der Römischen Weinstraße in Schweich. Das bedeutet eine frisch gekrönte Weinkönig mit ihren Prinzessinnen, da sind die traditionellen Abschiedstränchen der Vorgängerin, ein Schirmherr, der mit dem (Wein-)Fassanstich kämpft, politische Prominenz, die aus dem Weinkrug in die Zuschauerrunde ausschenkt, Tausende feierfrohe Gäste auf den Schweicher Straßen, verkaufsoffener Sonntag und die bunten Stände der ambulanten Händler, viel Musik von Blasorchester bis Rock. Fest der Römischen Weinstraße heißt in der Rückschau auch, die Launen eines missmutigen Petrus ertragen müssen. Mehr als einmal hat er in den vergangenen Jahren die Stimmung mit viel Regen, Wind und Frösteltemperaturen getrübt. Nicht aber an diesem Wochenende bei Temperaturen bis an die 30-Grad-Marke.

Die Anbauorte aus der Verbandsgemeinde Schweich, vertreten durch ihre Weinköniginnen, präsentieren beim Fest ihre Arbeit und Produkte. 17 Weinmajestäten werden von Bürgermeisterin Christiane Horsch am Freitag zum Festauftakt empfangen. Und das Fest ist traditioneller Amtswechsel ihrer „Chefregentin“ – der Weinkönigin Römische Weinstraße. Seit einem Jahr hat es Senta I. aus Leiwen mit ihren Prinzessinnen Julia und Celine aufs Beste verstanden, die Römische Weinstraße und ihre Erzeugnisse in nah und fern zu präsentieren.

Doch in einer Stunde endet für sie dieses unvergessliche Jahr. Dann wird Senta I. ihre Krone vor großem Publikum und Ehrengästen aus Politik, Verwaltung und Wirtschaft an ihre Nachfolgerin und „Noch-Prinzessin“ Celine I. aus Riol übergeben. Aber bevor Moderatorin Alex­andra Thul den feierlichen Akt auf der Bühne an der Brückenstraße ansagen kann, steht noch der Fassanstich durch den Schirmherrn auf dem Plan. Der heißt in diesem Jahr Torsten Herz und ist Geschäftsführer von Vet-Concept – Diätfutter trifft Moselwein. „Ich komme aus Trier, meine meisten Mitarbeiter von der Mosel, und ich freue mich, wenn unsere Region wirtschaftlich floriert – das gilt genau so für die Weinorte, ihre Menschen und Betriebe“, sagt Herz, bevor ihn Moderatorin Thul zum Weinfass bittet, wo schon Experte Willi Thull mit dem Holzhammer wartet. Zwei Schläge, drei Schläge, etwas Riesling rieselt daneben, dann füllt sich der erste Krug. Glücklich, wer von den Umstehenden nun ein Glas zur Hand hat. Auch die prominenteste Schweicherin, Bundesjustizministerin Katarina Barley, mischt inzwischen kräftig mit und eilt aus dem Krug ausschenkend durchs Publikum.

Dann muss Weinkönig Senta I. tapfer sein, ihre Krone ablegen und der Gebietsweinkönigin Kathrin I. bei der Krönung von Nachfolgerin Celine I. assistieren. Sie dankt allen für das Jahr ihrer Regentschaft, und hat dickes Lob für die „Queen Mom“ aller Weinstraßen Queenies – Christiane Horsch hilft, wo es geht. Und sie ist immer zur Stelle. Horsch kontert: „Weinkönigin, das ist kein leichtes Ehrenamt. Und es ist immer wieder erstaunlich, wie diese jungen Frauen an der Aufgabe wachsen.“ Celine I. verspricht, eine würdige Nachfolgerin zu sein. Ihre gesamte Kollegenschaft von der Sparkasse jubelt ihr zu, und Unterstützung gibt es auch von ihrem MV Riol, der den Abend musikalisch gestaltet. Celine I.: „Leider kann ich euch heute nicht mit dem Saxofon unterstützen.“

Richtig eng wird es am Samstagabend auf der Schweicher Festzeile bei rockiger Unterhaltung durch Klangbild, DJ Karten Werner und Tonsport. Am Vorabend lassen die Leiendecker Bloas und Brass Connection die Post abgehen. Auch die gerne mal klagenden Schausteller vom Rummel sind zufrieden. Den Sonntagabend gestalten die Stadtkapelle Schweich, die Bergmannskapelle Fell und die Big-Band Schools der Realschule Neumagen-Dhron und des Stefan-Andres-Gymnasiums Schweich.

Frisch gekrönt: Prinzessin Helene (links), Weinkönigin Celine I. und Prinzessin Anna und Helene. Foto: TV/Friedhelm Knopp
Kaum noch ein Durchkommen: Die Richtstraße am Sonntag gegen 15 Uhr. Foto: Friedhelm Knopp

Riesiger Andrang in drei lauen Nächten und kein Durchkommen mehr bei fast 30 Grad am offenen Sonntag mit Straßenmarkt: Egal ob die Tausenden Besucher, die Händler, Vereine und Schausteller – mit dem Fest der Römischen Weinstraße 2018 sind alle zufrieden. Weniger gefragt sind wegen der Temperaturen am Sonntagnachmittag die Weinstände. Aber der Tenor dort: „Das ist im Moment zwar kein Weinwetter, doch die Abende waren traumhaft.“ Und Straßenhändler Michael Finke aus dem Hunsrück mit Edelstahlschmuck und Uhren sagt: „Ich bin zum ersten Mal als Händler in Schweich, aber nicht zum letzten Mal.“ Nebenan freut sich Einzelhändlerin Hannelore Kolz: „Herrlichstes Wetter und ständig volles Geschäft. Was will man mehr?“ Mitorganisator Sven Thiesen, Touristinformation: „Im Polohemd bis Mitternacht, so kann ein Fest gelingen. Und Ärger hatten wir Dank der 17 Securityleute auch keinen.“