Fest der Solidarität im Brunnenhof

Fest der Solidarität im Brunnenhof

Gegen Niedriglöhne und soziale Ungerechtigkeit braucht es starke Gewerkschaften: Das war die Botschaft bei der Kundgebung des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) zum 1. Mai in Trier.

Trier. Der 1. Mai hat sich vom Kampftag der Arbeiterbewegung in ein buntes Fest der Solidarität verwandelt. Dies zeigt die Kundgebung des DGB zum Tag der Arbeit im Brunnenhof des Simeonstifts. Studenten, Familien, Senioren und Gewerkschafter sind bei strahlendem Sonnenschein zusammengekommen.
Rund 200 Teilnehmer diskutieren angeregt in Gruppen, decken sich an den Gewerkschaftsständen mit Broschüren oder Luftballons ein und wippen beim Auftritt der Band "Magic Music" vergnügt im Takt mit. Dabei stehen am Tag der Arbeit ernste Themen im Mittelpunkt: Niedriglöhne, Energiepolitik und die explodierende Staatsverschuldung.
Ulrich Thöne, Bundesvorsitzender der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), betont in seiner Rede die Bedeutung des 1. Mai in der heutigen Zeit. Beim Tag der Arbeit handele es sich nicht um "überholte Folklore", sondern weiterhin um einen symbolischen Tag für eine sozial gerechte Gesellschaft. Nur mit starken Gewerkschaften könne Lohndumping verhindert und die Durchsetzung von Mindestlöhnen erreicht werden.
Der GEW-Vorsitzende kritisiert die Politik der Bundesregierung, die zu einer systematischen Ausweitung des Niedriglohnsektors geführt habe. "Gleicher Lohn für gleiche Arbeit am gleichen Arbeitsort", beschreibt Ulrich Thöne das Ziel der Gewerkschaften angesichts der Öffnung des deutschen Arbeitsmarktes für EU-Bürger aus Osteuropa. Weiterhin fordert der Gewerkschaftsvorsitzende einen schnellen Atomausstieg und eine Aufstockung der Mittel für Bildung und Forschung.
Landesweit hatte der DBG zu mehr als 25 Kundgebungen aufgerufen.ZUM TAG DER ARBEIT


Christel Martin (59), Greimerath: "Der 1. Mai ist immer noch der Tag, an dem die Arbeitnehmer weltweit daran erinnern, dass die Gesellschaft sozial gestaltet werden muss." Detlef Schieben (57), Bezirksgeschäftsführer Verdi Trier: "Der Tag hat einen anderen Charakter, aber die Situation ist auch eine völlig andere." Moritz Riesinger (22), Student, Trier: "Es geht darum, ein Zeichen zu setzen und die Gewerkschaften zu stärken." Kilian Krumm (21), Student, Trier: "Als Student wollte ich heute am 1. Mai zeigen, dass auch junge Menschen mitmachen und sich mit den Pro blemen der Zeit beschäftigen." maw

Mehr von Volksfreund