Fest für Wasserratten

TRIER. 75 Jahre Spiel, Sport und Spaß: Das Trierer Stadtbad feiert am Samstag, 21. und Sonntag, 22. Oktober sein 75- jähriges Jubiläum. 1931 erbaut und 1981 umgebaut und vergrößert, ist das Stadtbad eine wichtige Institution im Trierer Sport- und Freizeitangebot.

Das Stadtbad zählt zu den wenigen architektonischen Sehenswürdigkeiten in Trier, die aus den 30er Jahren des 20. Jahrhunderts stammen. Mit seiner charakteristischen Fassade in Ziegelsteinbauweise, den klaren, rechteckigen Formen und den über Eck reichenden Fenstern zeugt es vom Bauhaus-Stil dieser Epoche, der bewusst auf Schnörkel und Ornamentik verzichtete und die bequeme Nutzung eines Gebäudes in den Vordergrund stellte. In den 20er und 30er Jahren setzte sich eine Bewegung in den deutschen Kommunen durch, die die Volksgesundheit propagierte. Erstmals wurden in großem Maßstab Badeanstalten, die auch im Winter genutzt werden konnten, Parkanlagen und Sportstadien gebaut. So konnten die Trierer auch im Winter schwimmen gehen. Zuvor hatten sie nur die Möglichkeit, im Trier-Norder Strandbad in der Mosel zu schwimmen. Nach dem Krieg, in den 50er Jahren erhielten die Trierer ihr drittes Schwimmbad, das Südbad. Das Stadtbad wurde am 18. Oktober 1931 eröffnet. Auch die örtliche Presse lobte das neue, zu dieser Zeit höchst moderne Schwimbad: "Mit dieser Einrichtung ist Trier um ein modernes Bauwerk besonderer Art reicher geworden. Es ist keine Überheblichkeit, wenn Kenner der Verhältnisse behaupten, dass das Hallenbad zu den besten deutschen Einrichtungen dieser Art gehört." Freilich änderten sich die Anforderungen an ein Stadtbad im Laufe der Jahre, so dass das Bad 1981 umgebaut und erweitert wurde. Heute hat es eine Wasserfläche von rund 900 Quadratmetern und viele andere Attraktionen wie den Sprungturm. 1999 wurde außerdem die Saunawelt des Stadtbades renoviert und bietet noch mehr Komfort: Erstmalig wurden in den beiden räumlich getrennten Sauna-Anlagen Dampfbäder eingebaut. Eine Attraktivitätssteigerung erfuhren die beiden Saunen zusätzlich durch die neu angegliederten Höfe. Hier können sich die Badegäste an freier Luft abkühlen und akklimatisieren. Als weiteren Neuzugang verzeichnet die Anlage eine Mitteltemperatursauna, die im Unterschied zur klassischen finnischen Variante mit moderaten Temperaturen von lediglich 60 Grad Celsius aufwartet. Der bisherige Kneippbereich wurde zu einer großzügigen achteckigen "Abkühl-Zentrale" umgestaltet. Am Jubiläumswochenende erwartet Wasserratten ein Programm mit vielen Aktionen wie Tauchvorführungen, Kunstspringen und ein Gesundheitscheck mit Kletterwand. Nach dem Umbau der alten Heizzentrale im Jahr 2003, bei dem die Heizung von Dampf- auf Warmwasserbetrieb umgestellt wurde, wurde im vergangenen Jahr ein erdgasbetriebenes Blockheizkraftwerk in der Heizzentrale des Stadtbads installiert. Es deckt den Eigenbedarf an Heizenergie und erzeugt "nebenbei" selbst Strom.