"Feuer frei!" statt "Helau"?

Sie ist ein imposanter Anblick: Wenn die Stadtgarde Augusta Treverorum in ihren blau-roten Uniformen aufmarschiert, die Offiziere mit Degen und Dreispitz, die Grenadiere mit Helm und Gewehr, dann geht es um ernste Dinge.

Um die Pflege von Brauchtum und Tradition, um die Repräsentation einer Stadt mit einer imposanten Geschichte. Und um Karneval. Bekanntlich ein hartes Geschäft, das noch härter wird.

Denn eine zweite Garde, die "Ehrengarde", marschiert in Trier ein. Zum ersten Mal seit ihrer Gründung 1977 hat die Stadtgarde Konkurrenz.

"Wir wollen den rheinischen Karneval von Köln nach Trier rüberholen", sagt Frank Weiersbach, der mit acht Mitstreitern - alle erfahrene Trierer Karnevalisten, darunter auch Michael Steffen von der Arbeitsgemeinschaft Trierer Karneval - die Ehrengarde gegründet hat. Dem Blau-Rot der Stadtgarde setzt die Ehrengarde rot-weiße preußische Kürassiers-Uniformen entgegen. Das Ziel der neuen Garde? "Wir wollen Brauchtum und Tradition pflegen und die Prinzenpaare der Stadt repräsentieren." Zwei Garden mit identischen Zielen - stehen sich die Uniformierten demnächst auf dem Hauptmarkt zum Scharmützel gegenüber?

"Lass' sie mal machen." Man hört eine leichte Distanz in den Worten von Peter Pries. Der Präsident der Arbeitsgemeinschaft Trierer Karneval meint nur trocken: "Wir gucken uns an, was das wird."

Möglicherweise setzt sich in Trier bald ein neuer Karnevalsruf durch. Statt Helau ertönt dann "Feuer frei!"

Jörg Pistorius

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