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Feuer in Welschbilliger Wohnhaus bleibt lange Zeit unbemerkt - Keine Hinweise auf Fremdverschulden

Feuer in Welschbilliger Wohnhaus bleibt lange Zeit unbemerkt - Keine Hinweise auf Fremdverschulden

Für ein 82 und 83 Jahre altes Ehepaar ist am Freitagmorgen alle Hilfe zu spät gekommen. Nach ersten Informationen der Polizei haben die beiden Welschbilliger hochgiftige Gase eingeatmet, die bei einem Schwelbrand in ihrem Haus entstanden sind.

Welschbillig. Lange Zeit hat offensichtlich niemand etwas mitbekommen. Dabei hat es gebrannt. Es war offensichtlich jedoch kein herkömmliches Feuer, bei dem die Flammen aus dem Dach schlagen. Nach ersten Ermittlungen der Polizei hat es im Einfamilienhaus einen sogenannten Schwelbrand gegeben . Allenfalls eine versengte Jalousie lässt deshalb von außen erahnen, dass etwas im Inneren nicht stimmt.Hausinnere verraucht


Wie das Polizeipräsidium Trier mitteilt, hat eine Zeugin gegen 7.30 Uhr entdeckt, dass etwas nicht stimmt. Die Mitarbeiterin eines Pflegediensts alarmiert daraufhin die Feuerwehr Welschbillig, die umgehend anrückt und mit schwerem Atemschutz ins Haus geht. Wehrführer Frank Baustert sagt, dass ein Teil der Innenrichtung geschwärzt gewesen sei. Die Einsatzkräfte bergen die beiden Bewohner, löschen einen kleinen Brand und sorgen dafür, dass der Rauch abziehen kann. Gegen 8.15 Uhr ist für die zwölf Feuerwehrleute der Einsatz beendet. Sie können nichts mehr tun.
Bisher keine Informationen gibt es unter anderem darüber, ob es im Haus Brandmelder gegeben hat oder nicht. Diese erkennen Brände und warnen Hausbewohner durch gellende Signaltöne. Unabhängig vom konkreten Einsatz appelliert Wehrführer Baustert an Haus- und Wohnungsbesitzer, solche Melder zu installieren oder installieren zu lassen.
Ein 60 Jahre alter Sohn der Toten, der im Erdgeschoss des Hauses am Ortsrand von Welschbillig wohnt, ist glücklicherweise unverletzt geblieben. Er wird aufgrund seines gesundheitlichen Zustands erst versorgt und anschließend in einer geeigneten Einrichtung untergebracht.
Die zuständige Polizeiinspektion Schweich sowie die Staatsanwaltschaft Trier haben die Ermittlungen aufgenommen. Wie in solchen Fällen üblich, ist zur Klärung des genauen Vorgangs ein Gutachten beauftragt und die Obduktion der Toten angeordnet worden. Die Untersuchung der Toten soll in der kommenden Woche stattfinden (siehe Extra).

Nach bisherigen Erkenntnissen stellt sich das Geschehen so dar: Im Haus ist in der Nacht ein Schwelbrand entstanden, der sich nicht weiter ausgebreitet hat und von außen auch nicht sichtbar gewesen ist. Bei Schwelbränden gibt es eine Rauchentwicklung ohne Flammen. Dabei entstehen brennbare Gase und Dämpfe, die teilweise stark giftig sind und auf Dauer tödlich wirken. Die sich entwickelnden Gase haben wohl auch in Welschbillig zum Tod der 82 Jahre alten Frau und ihres 83 Jahre alten Ehemanns geführt. Nach Auskunft von Ortsbürgermeister Werner Olk ist die Betroffenheit in Welschbillig naturgemäß groß. "Den Einsatz haben viele Leute mitbekommen." Bei den Betroffenen handele es sich um eine alteingesessene Familie, die auch im Dorfleben aktiv gewesen sei.Extra

Todesermittlungsverfahren: Liegen Anhaltspunkte dafür vor, dass jemand eines nicht natürlichen Todes gestorben ist, wird ein Todesermittlungsverfahren eingeleitet. Ein solches Verfahren läuft derzeit noch wegen des Todes einer Frau in Langsur-Metzdorf. Dies ist nach Auskunft des Leitenden Oberstaatsanwalts Peter Fritzen noch nicht abgeschlossen. Nach dem vorläufigen Ergebnis der Obduktion und der ergänzenden Untersuchungen kommt eine Kohlenmonoxidvergiftung als Todesursache in Betracht. Zudem wurde ein Sachverständigengutachten zum technischen Zustand der Heizung eingeholt. Dieses wird derzeit noch ausgewertet. In diesem Rahmen wird laut Fritzen geprüft, ob der Unfall auf ein fahrlässiges Verhalten im Umgang mit der Heizungs- und Abgasanlage zurückzuführen ist. har