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Blaulicht : Feuer in Trier-Quint: Mutmaßlicher Brandstifter gesteht und kommt in Haft

Ein 34-Jähriger hat gestanden, das Feuer in seinem Appartement gelegt zu haben. Seine Motive sind noch unbekannt, er sitzt seit Mittwoch in Haft. Elf Menschen werden verletzt, 16 Wohnungen sind zerstört.

Die Koblenzer Straße im Stadtteil Quint bietet am Mittwoch ein friedliches Bild. Der Verkehr läuft normal, alles sieht so aus wie immer. Nichts deutet auf die dramatischen Szenen hin, die sich am Abend vorher in Quint abgespielt haben. Ein Mehrfamilienhaus stand in Flammen, elf Bewohner wurden verletzt.

Der Brand brach am frühen Dienstagabend im Appartement eines 34 Jahre alten Mannes aus. Der wegen mehrerer Gewaltdelikte vorbestrafte Mann hat inzwischen gestanden, das Feuer gelegt zu haben. Sein Motiv ist noch unklar, er wurde verhaftet und am Mittwoch dem Haftrichter vorgeführt. Dieser erließ Haftbefehl wegen besonders schwerer Brandstiftung und Körperverletzung. Der 34-Jährige wurde in eine Justizvollzugsanstalt eingeliefert.

Die Schäden an dem Gebäudekomplex sind von der Straße aus nicht zu sehen. Doch die Rückseite zeigt deutlich die Spuren des Feuers und des Rauchs. 16 Wohnungen sind zerstört und nicht mehr nutzbar, die Feuerwehr schätzt den Schaden am Gebäude auf 100 000 Euro.

„Hier war die Hölle los“, sagt am Mittwoch ein Mitglied des Teams der Pizzeria Adria, die direkt neben dem vom Brand betroffenen Gebäude liegt. „Es ging so gegen halb acht los. Plötzlich war hier alles voll mit Polizei und Feuerwehr. Wir haben die Bewohner zu uns in die Pizzeria geholt und uns um sie gekümmert.“

Feuer mit elf Verletzten in Trier-Quint

So ist der Einsatz laut übereinstimmenden Darstellungen der Polizei und der Feuerwehr abgelaufen: Um 19.27 Uhr am Dienstagabend wird der Großalarm für Feuerwehr und Rettungsdienste ausgelöst. Als die ersten Einsatzkräfte in der Koblenzer Straße eintreffen, dringt bereits dichter Rauch aus den Fenstern. Menschen rufen um Hilfe.

Die Feuerwehr dringt mit schwerer Atemschutzausrüstung in das brennende Gebäude ein. Fünf Bewohner werden mit sogenannten Fluchthauben nach draußen gebracht. Diese Hauben aus beschichtetem Gewebe haben Sichtfenster und Filter, die verhindern sollen, dass giftige Gase eindringen. Diese gefährlichen Gase breiten sich in Sekundenschnelle im gesamten Haus aus. Insgesamt werden elf Menschen verletzt. Sieben werden wegen Rauchvergiftungen in Trierer Krankenhäuser gebracht, vier erleiden Schocks und werden vor Ort medizinisch betreut.

Die Feuerwehr kann das Feuer schnell unter Kontrolle bringen und löschen. Zur Betreuung der Bewohner vor Ort wird die Schnelleinsatzgruppe (SEG) Trier alarmiert.

Die Koblenzer Straße bleibt bis 22:30 Uhr voll gesperrt, auch der Linienverkehr muss eine Umleitung über Schweich in Kauf nehmen. Im Einsatz sind 80 Kräfte der Berufsfeuerwehr Trier sowie der Löschzug Ehrang. Auch die Freischichten der Berufsfeuerwehr sind alarmiert. Neun Rettungs- und Krankenwagen sind vor Ort, ebenso wie zahlreiche Einsatzkräfte und Brandermittler der Polizei.

Wie geht es für die Betroffenen jetzt weiter? Ihre Wohnungen sind größtenteils zerstört. Die Stadt Trier greift in solchen Fällen ein und kümmert sich darum, dass Brandopfer sofort ein Dach über dem Kopf haben. „Wer nicht bei Freunden oder der Familie unterkam, wurde von uns in Hotels untergebracht“, sagt Stadt-Sprecher Michael Schmitz am Mittwoch. „Für längerfristige Notfälle und Lösungen haben wir auch Bedarfswohnungen, die in solchen Fällen genutzt werden können.“

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