Feuerwehr Trier: Frauen bekommen weiterhin keinen leichteren Sporttest

Kostenpflichtiger Inhalt: Neuer Test : Feuerwehr Trier: Frauen bekommen weiterhin keinen leichteren Sporttest

Die Stadt Trier ändert den Eignungstest für die Berufsfeuerwehr. Ein Unterschied zwischen Männern und Frauen wird allerdings auch bei der neuen Aufnahmeprüfung nicht gemacht. Die Grünen fordern Chancengleichheit.

Bei der Trierer Berufsfeuerwehr arbeiten 235 Menschen. Nur 18 davon sind Frauen – sämtlich in Verwaltung oder Sanitätsdienst. Um Brände zu löschen, rücken nur Männer aus. In den vergangenen drei Jahren hat es allerdings auch nur vier Bewerbungen von Frauen für den Brandschutzdienst gegeben, die alle die geforderten Voraussetzungen nicht erfüllt haben.

Die Trierer Grünen wollen nun dafür sorgen, dass die Berufsfeuerwehr sich stärker für Frauen öffnet. Schon im Oktober hatten die Grünen beim zuständigen Dezernenten Thomas Schmitt nachgehakt. Ihre Vermutung: Die Anforderungen des sportlichen Eignungstests seien zu hoch für Bewerberinnen. Schwer zu sagen, ob das so ist – von den vier Bewerberinnen in den zurückliegenden Jahren hatte es im Bewerbungsverfahren keine bis zum Sporttest geschafft (der TV berichtete).

Dezernent Schmitt hat allerdings reagiert: Die bisherige Leistungsprüfung soll von einem neuen, wissenschaftlich fundierten Eignungstest abgelöst werden. Der deutsche Städtetag und die „Vereinigung zur Förderung des Deutschen Brandschutzes“ hatten die Entwicklung des Tests 2010 bei der renommierten Sporthochschule Köln in Auftrag gegeben. 2014 wurde das Handbuch für die „physische Eignungsfeststellung für die Berufsfeuerwehr“ aktualisiert. Zu den bisherigen Aufgaben, die Bewerber bei der Trierer Berufsfeuerwehr absolvieren mussten, bestehen große Unterschiede (siehe Info).

Eins ist allerdings gleich: Auch der von Sporthochschule und Städtetag empfohlene Test macht bei Anforderungen und Bewertung keinen Unterschied, ob eine Frau oder ein Mann die Übungen absolviert. Denn Grundlage für die Prüfung sind die realen Bedingungen im Feuerwehralltag.

 Neben einer hohen Grundfitness wird zum Beispiel geprüft, ob der Bewerber eine bewusstlose Person aus dem Gefahrenbereich retten könnte: Dafür muss sie oder er eine immerhin 75 Kilo schwere Puppe innerhalb von maximal einer Minute gut 30 Meter weit ziehen.

Ihr Test sei „genderneutral“ und könne von einem „durchschnittlich sportlichen Mann oder einer leistungssportlich orientierten Frau“ bewältigt werden, sagen die Wissenschaftler der Sporthochschule Köln. Eine Unterscheidung bei den Anforderungen dürfe nicht gemacht werden, da es im Feuerwehralltag „keine generelle Unterteilung des Personals in unterschiedliche Aufgabenfelder“ gebe. Auch Triers Feuerwehrdezernent Thomas Schmitt hatte bereits bei der Diskussion im Feuerwehrausschuss im Oktober erklärt, dass „bei den Rettungseinsätzen nicht unterschieden wird, ob gerade ein Mann oder eine Frau Dienst hat“.

Den Trierer Grünen reicht diese Argumentation nicht aus. Für die Stadtratssitzung am Dienstag, 17. Dezember, haben sie daher den Antrag „Förderung der Chancengleichheit bei der Berufsfeuerwehr Trier“ eingereicht. Darin heißt es, dass „ab sofort die physiologischen Eigenschaften der Geschlechter in ausreichendem Umfang berücksichtigt werden müssen“ – sprich: bei der sportlichen Aufnahmeprüfung sollen Unterschiede bei den Anforderungen und der Leistungsbewertung von Frauen und Männern gemacht werden.

Der Antrag der Grünen geht allerdings weit über die Sportfrage hinaus: Bislang gilt für die Einstellung bei der Berufsfeuerwehr Trier die Voraussetzung, dass die Bewerber eine handwerkliche Ausbildung abgeschlossen haben müssen. Davon soll nach Vorstellung der Grünen abgewichen werden. Tatsächlich sieht die gesetzliche Laufbahnverordnung diese Möglichkeit vor – die Berufsfeuerwehren müssen dann aber die Bewerber in einjährigen Vorbereitungskursen fit für den handwerklichen Dienst machen. Bislang gibt’s diese Kurse in Trier nicht.

Die Grünen wollen außerdem, dass die Stadtverwaltung gezielt Frauen anwirbt – zum Beispiel beim Schülerinnen-Berufsvorbereitungstag Girls’ day, durch gezielte Infoveranstaltungen oder Ferienpraktika. Geschlechtsbezogene Themen sollen zudem künftig fest in die Aus- und Fortbildung von Führungskräften der Feuerwehr integriert werden. Über die Erfolge dieser Frauenförderung soll die Gleichstellungsbeauftragte jährlich berichten.

Die Grünen werben derzeit bei anderen Fraktionen um Unterstützung. Ob sich tatsächlich weitere Parteien den Forderungen anschließen, wird sich bei der Stadtratssitzung am Dienstag kommender Woche zeigen.