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Fieberambulanz am Trierer Messepark – Bei vier Mal Nein braucht man keinen Test

Drive-In-Tests : Erster Tag der Fieberambulanz im Trierer Messepark

Im Trierer Messepark eröffnet hat am Montag eine große Fieberambulanz geöffnet. Vor der Fahrt dorthin soll ein Fragebogen ausgefüllt werden.

„Waren Sie in den letzten zwei Wochen in einem der Coronavirus-Risikogebiete?“, „Hatten Sie in den letzten zwei Wochen wissentlich länger als 15 Minuten Kontakt mit Personen, die sich in den oben genannten Coronavirus-Risikogebieten aufgehalten haben?“, „Hatten Sie wissentlich länger als 15 Minuten persönlichen Kontakt zu einer Person, bei der das neuartige Coronavirus im Labor nachgewiesen wurde?“, „Haben Sie derzeit grippeähnliche Symptome?“.

Wer alle diese Fragen mit Nein beantwortet, der hat mit hoher Wahrscheinlichkeit keine Corona-Infektion. „Der braucht auch keinen Test zu machen“, sagt Christian Sprenger, Geschäftsführer des Trierer Mutterhauses. Wer sich trotzdem krank fühle, der solle zu Hause bleiben und bei Bedarf seinen Arzt anrufen.

Das Mutterhaus eröffnet am Montag gemeinsam mit dem Brüderkrankenhaus und der Stadt Trier eine sogenannte Fieberambulanz im Trierer Messepark. Sprenger spricht lieber von einem „Corona-Center“. In den beiden Eingangsgebäuden des Messeparks sollen möglichst viele Verdachtsfälle getestet werden. In erster Linie, sagt Triers Oberbürgermeister Wolfram Leibe, richte sich das Angebot an Menschen aus Trier. „Ich bitte wirklich um Solidarität“, appelliert Leibe an die Vernunft der Bürger und verweist auf die bereits bestehenden Corona-Test-Stationen im Umland, etwa in Saarburg oder Bitburg.

Auch in Trier-Ehrang bietet ein Ärzteteam an, bei begründetem Verdacht, Menschen auf das Virus zu testen. Viele haben direkt am ersten Tag, am Freitag, davon Gebrauch gemacht, wie die Internistin Karin Gutmann-Feisthauer berichtet. Bis zu 70 Personen habe man an dem Tag getestet, sagt sie. Trotz des Ansturms komme man noch zurecht. Mittlerweile wurde ein Zelt vor der Praxis errichtet, andere Praxen schicken Personal, das aushelfen soll.

Wie viele Menschen zu der Teststation im Messepark kommen, wisse man noch nicht, sagt Sprenger. Zu einer vergleichbaren Fieberambulanz in Koblenz seien 600 Personen gekommen, sagt Leibe. Daher fordert auch Sprenger die Solidarität der Menschen. „Ich weiß, dass viele Angst haben.“ Aber nur wer einen begründeten Verdacht hat, infiziert zu sein, also die vier Fragen mit Ja beantwortet hat, der soll auch wirklich kommen. Man wolle damit die Arztpraxen und Notaufnahmen in Trier entlasten, sagt Christian Weisskopf, Chef des Trierer Brüderkrankenhauses.

Beide Kliniken stellen Ärzte für die neue Fieberambulanz. In einem Gebäude werde eine Ersteinschätzung erfolgen, erklärt Wolfgang Thomas. Er ist Chefarzt der Kinder- und Jugendmedizin im Mutterhaus.  Auch aus seiner Abteilung werde ein Arzt in der Teststation vertreten sein. Der Mediziner weist ausdrücklich darauf hin, dass keine ärztliche Untersuchung  der Kinder im Messepark erfolge. Dafür seien weiterhin die niedergelassenen Mediziner zuständig.

Man werde bei Bedarf Kinder und Jugendliche im Messepark testen, sagt Thomas. Auch wenn diese in der Regel nicht betroffen seien von Corona-Infektionen. Trotzdem bereite man sich auf seiner Station darauf vor, Patienten aufzunehmen. Auch für Kinder und Jugendliche gelte, nur dann zu der Teststation zu kommen, wenn ein begründeter Verdacht besteht. „Wir nehmen uns auch die Freiheit, Menschen ohne Test nach Hause zu schicken“, sagt Mutterhauschef Sprenger. Und fügt hinzu: „Bitte akzeptieren Sie die Entscheidung.“ Diese Personen müssten dann das Messegelände verlassen.

Nach einer Ersteinschätzung der möglichen Verdachtsfälle durch Ärzte, bei der auch Fieber gemessen werde, erfolge dann bei Notwendigkeit der Test. Nur bei einem positiven Ergebnis würden die Patienten angerufen, macht Sprenger klar. Wer nach einigen Tagen noch keinen Anruf erhalten habe, der könne sicher sein, dass der Test negativ bei ihm war.

Ausgewertet werden die Tests vom Trierer Großlabor Synlab. Dort werden derzeit über 500 von Ärzten und Kliniken eingesandte Corona-Tests ausgewertet. Bis ein Ergebnis vorliegt, kann es zwei bis drei Tage dauern. Daher warnen mittlerweile einige Gesundheitsämter auch davor, vermeintlich geringe Steigerungen bei den Fallzahlen in der Region als Zeichen dafür zu werten, dass es bereits insgesamt weniger Infektionen gebe. „Die Labore kommen schlicht nicht mehr hinterher mit den Tests“, sagte ein Behördenvertreter unserer Zeitung.

Sprenger rechnet damit, dass der Höhepunkt der Corona-Epidemie in Deutschland erst Mitte April erreicht werde. Bis dahin müsse mit steigenden Zahlen gerechnet werden, falls die immer strenger werdenden Einschränkungen des öffentlichen Lebens und die Appelle, möglichst daheim zu bleiben und Abstand zu halten, nicht die erhoffte Wirkung zeigen. Leibe erneuerte daher seine Aufforderung: „Halten Sie sich an die vorgeschriebenen Maßnahmen. Zeigen Sie sich solidarisch. Helfen Sie, die Gefahr einzudämmen.“

Den auszufüllenden Fragebogen finden Sie hier zum Download.