Film-Fest mit Kuschelfaktor

Zum achten Mal machte das "Internationale Kurzfilmfestival — 40UferFilme" Station im Innenhof des Kurfürstlichen Palais in Trier. Unter freiem Himmel in historischer Kulisse sahen die Besucher eine abwechslungsreiche Mischung aus 20 Kurzfilmen aller Genres.

Trier. (cweb) Es hatte ein bisschen was von "Woodstock": Mit Kissen und Decken ausgestattet sind Hunderte filmbegeisterte junge Menschen in den Innenhof des Kurfürstlichen Palais gezogen und haben die kleine Rasenfläche in eine dicht bevölkerte Festival-Wiese verwandelt. Unter freiem Himmel, im rötlichen Schein der beleuchteten Basilika, sahen die rund 800 Besucher des bereits achten "Internationalen Kurzfilmfestivals — 40UferFilme" knapp 20 Kurzfilme aus verschiedenen Ländern und Filmgenres, vom amüsanten Trickfilm über Experimentelles bis zum verrückten Musikclip. Das Programm, hauptsächlich Leihgaben von Filmhochschulen, hat das "40Ufer"-Team um Veranstalter Ralf Kotschka aus über 200 Werken zusammengestellt.

"Wir zeigen keine artifiziellen Problemfilme, sondern gutes Unterhaltungskino", sagt Kotschka. Das bestätigte auch das Programm.

Ob wütende Aliens, verliebte Tintenfische, fliegende Pinguine oder Hippie-Löwen, die mit ihrer Beute diskutierten — die Zuschauer sahen eine bunte Mischung unterhaltsamer Filme. Die meisten Lacher erntete der Beitrag "Der Aufreißer", in dem ein Frauenheld von der Tochter seiner neuesten Affäre terrorisiert wird. Nachdenklichere Töne schlug die Werbespot-Parodie "Du bist Terrorist" an, die vor einem deutschen Überwachungsstaat warnte.

Im Premierenjahr 2001 wollte Ralf Kotschka die Filme eigentlich am Moselufer zeigen — daher der Name "40UferFilme" — musste jedoch wegen Sicherheitsbedenken der Stadt in den kleineren Palais-Innenhof ausweichen. Diese Entscheidung hat er nie bereut: "Die Leute sind immer total überrascht, dass wir mitten im Herzen der Stadt einen so schönen Platz haben."

Dort flimmerte kurz vor Mitternacht der letzte Film über die Leinwand. Für die Zuschauer, größtenteils Studenten, war es ein gelungener Abend. Christoph Stamann, der das Festival schon zum dritten Mal besuchte, fand es "einfach großartig". "Es ist eine gute Idee, Kultur auch mal auf alternativem Weg anzubieten", lobte auch Florian Schunk. Studentin Annika Busch schwärmte von "einem der schönsten Feste in Trier". Als Student bekomme man "diesen tollen Ort sonst nicht oft zu sehen". Auch Ralf Kotschka war zufrieden: "Man merkt die Begeisterung beim Publikum. Die Veranstaltung ist in Trier eben einzigartig."