Fit fürs Leben machen

Sie sind weitgehend einer Meinung: Sowohl Lehrer als auch Schüler begrüßen es, wenn im Unterricht künftig fächerübergreifend "Haushaltsmanagement" unterrichtet wird. Darin sollen Themen wie richtige Ernährung, Gesundheit, verantwortungsvoller Umgang mit Geld, Handy- und Computerkonsum behandelt werden.

Trier. (gsb) Eine Blitz-Umfrage bei Lehrern und Schülern zeigt: Die "Basis" befürwortet den parteiübergreifenden Vorstoß des Landtags, künftig Schülern und Schülerinnen ein "verantwortliches Konsumverhalten" im Unterricht zu vermitteln. Die Rektorin der Ehranger Johann-Amos-Comenius Realschule, Marita Wenz, hält den Vorschlag für "sinnvoll", da Kinder zu sehr zu Konsumverhalten tendierten. Um "für das Leben zu lernen" sei es denkbar, das Thema Haushaltsmanagement in vielen Fächern unterzubringen. "Nur wenn ich weiß, wofür ich das Geld ausgebe, beuge ich einer Überschuldung vor."

Neben Sozialpädagogik, Deutsch, Wirtschafts- und Sozialkunde kämen auch die Fremdsprachen in Betracht, um Vergleiche mit anderen Ländern anzustellen. Da grundsätzlich das "essentiell wichtige Thema Wirtschaft" Schülern zu wenig vermittelt werde, begrüßt auch die Rektorin der Ehranger Hauptschule, Karin Sattler, die Initiative des Landtags. "Privates Management und der richtige Umgang mit Geld fehlt den Kindern."

Am Bischöflichen Angela-Merici-Gymnasium sei man an dem Thema "bereits dran", sagt Direktor Wolfgang Müller. Dort gebe es seit Jahren die Initiative "Gesund leben lernen" und eine Gesundheitsmoderatorin sowie einen Internetführerschein. Dennoch befürwortet er die Landesinitiative, deren Umsetzungs- und Strukturformen allerdings den Schulen vorbehalten werden sollten. "Ob als Fach oder Arbeitsgemeinschaft: Das sollte an jedem einzelnen Standort wachsen und ist ja auch abhängig von den Mitarbeitern. Wer dieses Thema für sich mit Herzblut entdeckt, wird es gut machen. Es muss auf jeden Fall aufgegriffen weren."

Umfrage

Lena Hansen, 16: "Auch die Eltern müssen nach den Kindern gucken. Man sollte nicht alles der Schule übertragen. Wenn dann was nicht passt, heißt es, die Schule war's!" Maike Strieder, 17: "So ein Unterricht wäre schon in der Grundschule angebracht. Wir hatten in der Grundschule einen Ernährungsprojekttag und haben spielerisch viel gelernt." Traevon Pulliam, 13: "Ich habe von den Eltern erklärt bekommen, nicht zu viel Süßes zu essen oder stundenlang vor dem Computer zu hängen. Es ist nicht nötig, das noch in der Schule zu besprechen." Anna Back, 14: "Wenn von beiden Seiten, Eltern und Schule, die Förderung kommt, sich mehr zu bewegen, ist es besser. Es sollten aber insgesamt nicht mehr Unterrichtsstunden werden." Aline Ginsbach, 14: "Die Unterstützung durch die Schule hilft, darauf zu achten, nicht zu viele SMS zu schreiben." Anika Schneider, 14: "Ich finde es gut, wenn im Unterricht gezeigt wird, was passiert, wenn man sich nicht gesund ernährt - also Herzprobleme bekommt oder zu dick wird." (gsb)/TV-Fotos (6): Gabriela Böhm