Flächennutzungsplan 2025: Platz für 110.000 Trierer

Flächennutzungsplan 2025: Platz für 110.000 Trierer

Eine wichtige Etappe auf dem Weg zum neuen Flächennutzungsplan ist geschafft: Mit großer Mehrheit billigte der Stadtrat gestern Abend das vom Baudezernat entwickelte Siedlungsflächenprogramm, das es Trier ermöglichen soll, bis 2025 auf rund 110 000 Einwohner zu wachsen.

Trier. Trier hat gut 105 000 Einwohner. Wer von ihnen nicht im Eigenheim wohnt, ist den landesweit stärksten Mietpreissteigerungen ausgesetzt: Zwischen 2004 und 2009 wurden Wohnungen um 23,4 Prozent teurer (Landesdurchschnitt: 1,5 Prozent). Ein klares Indiz für Wohnraummangel, aber auch ein klarer Auftrag für die Kommunalpolitik. In Trier müssen bis 2025 jährlich 550 Wohnungen entstehen - 60 Prozent davon in Familien-Eigenheimen. Denn bis Mitte des kommenden Jahrzehnts wird laut Prognosen die Zahl der Einwohner auf 110 000 steigen.
Um der Nachfrage gerecht zu werden, braucht die Stadt neue Baugebiete: 117 Hektar für Wohnungen und 54 für Gewerbe. Wo sie entstehen können, zeigt das Siedlungsflächen-Kapitel zum Flächennutzungsplan 2025 auf, das der Stadtrat Trier gestern Abend verabschiedete.
Vorausgegangen war in den vergangenen Monaten eine Mammuttournee von Stefan Leist und Heike Defourny vom Stadtplanungsamt durch Ortsbeiratssitzungen aller 19 Stadtteile Triers. Die Stellungnahmen der Ortsbeiräte flossen in das Flächennutzungskonzept ein, das gegenüber der im Juni im Baudezernatsausschuss präsentierten Version einige Änderungen aufweist. So steht keine wohnbauliche Entwicklung oberhalb der Domänenstraße in Kürenz sowie in Tarforst (Nord und am Borngraben) mehr zur Debatte. Im Fall Brubacher Hof (Mariahof) will die Stadt nun prüfen, ob ein Baugebiet in reduziertem Umfang möglich ist. Zunächst war von 30 Hektar die Rede, was in etwa der Größe des Stadtteils Mariahof in jetziger Form entspricht.
Ein ähnlich dicker Brocken ist in Ruwer vorgesehen: 25 Hektar auf Zentenbüsch. Damit hat der Ortsbeirat keine Probleme, weil er sich von einer städtebaulichen Entwicklungsmaßnahme eine bessere Auslastung von Grundschule und Kindergarten und Zuwachs für die Vereine verspricht. Allerdings bedürfe es neuer Verkehrsanbindungen.
Neue Perspektiven tun sich in Feyen auf: Das Baudezernat folgt einer Empfehlung des Ortsbeirates und prüft nun, ob das früher für einen Handwerkerpark vorgesehene Gelände im Castelnau-Kasernenbering für Wohnungsbau genutzt werden kann. Auch der Ortsbeirat Irsch schlägt ein neues Wohngebiet vor (westlich von Am Nussbaum).
Die größten potenziellen Gewerbegebiete liegen links der Mosel: Kockelsberg (Trier-West/Pallien; 18,7 Hektar), General-von-Seidel-Kaserne (Euren; 7,8 Hektar) und Westlich Monaiser Straße (Zewen; 8,1 Hektar). Beschlossen ist mit der gestrigen Absegnung des Flächennutzungsplan-Teilabschnitts noch nichts. Die Arbeiten am gesamtstädtischen Planungskonzept gehen weiter. Nun stehen unter anderem die Umweltprüfung sowie die Abstimmung mit Raum- und Landesplanung und dem Mobilitätskonzept auf dem Programm.Extra

In ihrem Flächennutzungsplan (FNP) legt die Stadt Trier fest, wie sie sich städtebaulich entwickeln will und welche Areale wie genutzt werden sollen. Er ist ein vorbereitender Bauleitplan ohne unmittelbare rechtliche Wirkung gegenüber dem Bürger; für das Rathaus aber sind die Vorgaben eine klare und bindende Arbeitsgrundlage, etwa bei der Aufstellung von Bebauungsplänen. Vorausgegangen ist ein grundsätzlicher politischer Abstimmungs- und fachlicher Planungsprozess, der noch nicht abgeschlossen ist. Der FNP 2025 soll bis Ende 2013 fertig sein. rm.