Flächennutzungsplan Trier: Jetzt sind die Bürger gefragt

Trier · Im zweiten Anlauf hat der Stadtrat Trier dem überarbeiteten Entwurf für den neuen Flächennutzungsplan Trier zugestimmt. Knackpunkt ist dabei nach wie vor ein Baugebiet bei Mariahof. Ob das kommen wird, ist noch nicht entschieden.

Trier. Im Januar und Februar des neuen Jahres kann jeder Bürger dieser Stadt alle Details des Flächennutzungsplans (FNP) 2030 im Trierer Rathaus begutachten und seine Meinung dazu abgeben. Danach wird der Stadtrat die Stellungnahmen besprechen und den Plan erneut öffentlich auslegen. Erst dann werden die Ratsmitglieder abschließend entscheiden, wo im Stadtgebiet in den kommenden 20 Jahren Bau-, Gewerbe- und Freizeitflächen entstehen könnten.
Vor allem die Entscheidung über ein mögliches Baugebiet bei Mariahof ist noch nicht gefallen. Denn das nach heftigen Protesten im Vergleich zum ersten Entwurf deutlich verkleinerte Plangebiet soll entfallen, falls sich herausstellt, dass sich der Bereich Langenberg zwischen Euren und Zewen besser für neue Wohnbebauung nutzen lässt. Das zu prüfen hat der Stadtrat am Dienstagabend einmütig beschlossen.
Weniger Harmonie erlebten die verbliebenen Gäste der Ratssitzung allerdings davor. Denn auch wenn CDU-Fraktionsvorsitzender Udo Köhler die "hervorragende Leistung, die Vorlage noch einmal zu überarbeiten" lobte, schlossen sich doch auch sechs Mitglieder seiner Fraktion einem Antrag der Grünen an, den Bereich Mariahof/Brubacher Hof bereits jetzt aus dem Entwurf zu nehmen. Es ist der harte Kern um Jutta und Thomas Albrecht, die in Mariahof leben und zu den strikten Gegnern eines Baugebiets dort zählen.
CDU-Fraktion nicht geschlossen


Mit den drei Stimmen der Linken-Fraktion und den neun Grünen-Stimmen kam dafür allerdings keine Mehrheit zustande. Für die öffentliche Auslegung des Planentwurfs stimmten letztlich 38 Ratsmitglieder, bei vier Gegenstimmen aus der CDU-Fraktion und bei Enthaltung aller Grünen-Politiker.
Davor hatten Sprecher aller Fraktionen die umfangreiche Überarbeitung des ursprünglichen Plans gelobt und auf das Urheberrecht für diverse Änderungen hingewiesen. Rainer Lehnart (SPD) tat dies nicht, geißelte das Abstimmungsverhalten der CDU allerdings als "absurd" und den Antrag der Grünen als "populistisch".
Insgesamt sieht der FNP 2030 in der überarbeiteten Form einen Bauflächenbedarf von 111,7 Hektar vor. Das sind 27 Hektar weniger als im ersten Entwurf. Unter anderem sind umstrittene Flächen im Moselvorland bei Zewen nicht mehr für eine Bebauung vorgesehen.
In einer von Baudezernent Andreas Ludwig initiierten Klausursitzung (der TV berichtete) hatten sich die Fraktionen zudem darauf verständigt, das Verhältnis von Einzel- und Mehrfamilienhäusern umzukehren. Nun sollen 60 Prozent aller Neubauten Mehrfamilienhäuser sein.
Auch die Option für eine Wohnbebauung im Bereich des Moselstadions ist aus dem Planentwurf verschwunden.
Nicht gelöst werden kann auch im günstigsten Fall der für die kommenden Jahre prognostizierte Bedarf für gewerbliche Bauflächen, der bei 44,6 bis 58,6 Hektar liegt. Nachdem vor allem die Ausweisung einer großen Fläche am Kockelsberg bei Aach aus Naturschutzgründen gescheitert ist, werden die im FNP vorgesehenen Gewerbeflächen nicht ausreichen, wenn tatsächlich so viel Bedarf angemeldet wird wie vorhergesagt. Das Defizit liegt zwischen 7,3 und 21,3 Hektar.