Fleißige Handysammler
An der Aktion "Schlafhandys für aufgeweckte Schulen", die das Deutsche Kinderhilfswerk und die Recyclingfirma "Greener Solutions" bundesweit durchführen, hat sich die Grundschule Farschweiler besonders erfolgreich beteiligt: Die Kinder haben mehr Altgeräte gesammelt als jede anderen Schule im Land - dafür gab es vom Kinderhilfswerk jetzt 2500 Euro.
Farschweiler. "Das ist natürlich toll", sagt Judith vom Cleff. "Die Kinder haben schon eifrig gesammelt, aber dass wir landesweit am meisten sammeln würden, damit haben wir ja gar nicht gerechnet."Aus der Hand von Michael Kruse vom Kinderhilfswerk hat die Leiterin der Farschweilerer Grundschule gerade einen Scheck über 2500 Euro erhalten: Den gibt's für die besonders rege Teilnahme der Schule an der Aktion "Schlafhandys", die das Hilfswerk mit der Recyclingfirma "Greener Solutions" durchführt. Dabei haben die Steppkes 362 Altgeräte gesammelt, auch in absoluten Zahlen mehr als an jeder anderen im Land. Die Pro-Kopf-Quote von etwa 2,8 Geräten wurde bundesweit nur ein Mal getoppt. "Wenn da mal einer richtig viele dabei hatte, hat das andere natürlich wieder angespornt", erzählt die Schulleiterin.Über 130 Millionen ausgediente Handys dürften mittlerweile republikweit in Schubladen und Schränken liegen, etwa drei Stück pro Haushalt. 35 Millionen kommen dieses Jahr hinzu, ein Gerät hat nach durchschnittlich 18 Monaten ausgedient. Dabei stecken die hochgerüsteten Technikwunder voller wertvoller, aber auch voller giftiger Stoffe.Durch ihre entschlossene Sammelwut haben die Kinder der Grundschule Farschweiler also nicht nur das Kinderhilfswerk unterstützt. Mit dem Geld könnte die schuleigene Bücherei mit neuen Möbeln und Büchern bestückt und so die Modernisierung der Schule fortgesetzt werden. Eine weitere Lehrstunde auch im frühen eigenverantwortlichen Handeln in Zeiten knapper Kassen, nachdem die Kinder sich letztes Jahr in Zusammenarbeit mit einer ortsansässigen Schreinerei schon eigene Möbel gezimmert haben. Hintergrund Handy-Sammlung: Der weltweit tätige Branchenriese "Greener Solutions" verbindet Profit mit ökologischem Nutzen, indem er alte Handys einsammelt. Funktionsfähige Geräte werden weiter verkauft, zum Beispiel in Drittweltländer, defekte Mobiltelefone aber in ihre Komponenten zerlegt und dem Recycling zugeführt. Ein cleveres Geschäftsmodell, das für jeden etwas abwirft: Der Gerätestifter, hier also das Kinderhilfswerk, bekommt für jedes Handy bis zu vier Euro. "Greener Solutions" verdient an den nutzbaren Geräten und bewahrt gleichzeitig die defekten vor dem unökologischen Weg in den Hausmüll, wo sie von der Schublade aus sonst wohl bald landen würden.