Soziales : Flüchtlinge: Kreis baut Betreuungskonzept um

Ab 2019 keine Finanzierung mehr von Sozialdiensten in Gemeinschaftsunterkünften. Das Ehrenamt wird weiter hochgehalten.

Angesichts zurückgehender Asylbewerberzahlen (siehe Info) möchte der Landkreis Ende 2018 sein Betreuungskonzept „Flucht und Asyl – Sozialdienste für Flüchtlinge” beenden. Dies empfiehlt der Kreisausschuss dem Kreistag. Dies bedeute aber nicht, dass sich der Kreis auf seinen gesetzlichen Auftrag beschränke, lediglich Mittel von Bund oder Land weiterzuleiten, bemerkte dazu Landrat Günther Schartz. Im Februar 2015, als sich die Flüchtlingswelle abzeichnete, hatte der Kreistag ein Betreuungskonzept mit dem Caritasverband Trier und weiteren Partnern mit einer Laufzeit bis Ende 2018 beschlossen. Etwa 100 Asylsuchenden wurde ein Sozialarbeiter zur Seite gestellt (der TV berichtete). Für die Gemeinschaftsunterkünfte in Saarburg (Famo-Kaserne), Schweich (Holzbau in den Schlimmfuhren) und Konz (ehemaliges Kuag-Wohnheim) sollen ab 2019 wieder verstärkt die Verbandsgemeinden zuständig sein. Die Standortkommunen der Sammelunterkünfte erhalten dann vom Kreis einen Personalkostenzuschuss. Vorhandene Dienste, wie der Migrationsfachdienst und der Jugendmigrationsdienst, sollen fortgeführt werden. Auch die Arbeit der Ehrenamtskoordinatoren möchte der Kreis für ein weiteres Jahr unterstützen.

Im Beisein von etwa einem Dutzend Ehrenamtskoordinatoren aus dem Kreisgebiet berichtete DRK-Ehrenamtskoordinator Fedor Gehlen (Schweich) von der Arbeit vor Ort. Die Integration der Flüchtlinge sei ein langwieriger Prozess, den etwa 200 aktive Ehranamtliche noch gerne begleiteten, sagte Gehlen. Die Belastung der Ehrenamtler wachse, der Betreuungsbedarf bei Arbeits- und Wohnungssuche oder anderen Aufgaben sei hoch. Ziel sei es auch, mehr Migranten für die ehrenamtliche Arbeit zu gewinnen.

Der Kreis möchte die Verbandsgemeinden bei der Betreuung der Flüchtlinge in den Gemeinschaftsunterkünften künftig mit Personalkostenzuschüssen von jährlich rund 42 000 Euro – 14 000 Euro pro Unterkunft –. unterstützen. Auf Antrag der  CDU-Fraktion sollen die Verbandsgemeinden die Wahl haben, auch ganze Stellen einzurichten. Dafür soll es dann statt 14 000 Euro einen Zuschuss von 20 000 Euro geben. Nicht einverstanden mit den neuen Hilfsbausteinen, die den Kreis ab 2019 nur noch etwa 250 000 Euro kosten (2017 war es noch knapp über eine Million Euro gewesen) war Sabina Quijano (Bündnis 90/Die Grünen). Integrationsangebote zu beschneiden, sei das falsche Signal. Was der Kreis leiste, sei vorbildlich und mehr, als er eigentlich müsste, sagte Bernd Henter (CDU). Ingeborg Sahler-Fesel (SPD) wunderte sich, dass die CDU nun „publikumswirksam mehr Geld als Personalkostenzuschuss geben will, wo sie doch vorher mit ihren Stimmen dafür gesorgt hat, dass das Betreuungskonzept zusammengestrichen wurde”.