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Flüchtlinge in Trier: Stadt will dezentrale Unterbringung

Flüchtlinge in Trier: Stadt will dezentrale Unterbringung

Die Stadt Trier muss erstmals seit 20 Jahren Asylbewerber aufnehmen. Die Verwaltung setzt dabei auf eine dezentrale Unterbringung in privatem Wohnraum. Oberbürgermeister Wolfram Leibe hat hierzu am heutigen Montag ein Konzept vorgestellt.

Mit einer Kommunikationsoffensive sollen die passenden Wohnungen gefunden werden, bei denen die Stadt Trier als Mieter auftritt. Ergänzend ist geplant, in der ehemaligen französischen Wohnsiedlung in der Burgunderstraße und In der ehemaligen Jägerkaserne in Trier-West Wohnraum bereitzustellen. Dieses Konzept hat Oberbürgermeister Wolfram Leibe in seiner ersten offiziellen Pressekonferenz in diesem Amt heute gemeinsam mit Sozialdezernentin Angelika Birk vorgestellt.

Im Jahr 2015 rechnet die Stadtverwaltung mit etwa 350 Flüchtlingen, die sie unterbringen muss. In den Folgejahren wird die Zahl auf mindestens 500 pro Jahr geschätzt. "Das ist für die Stadt Trier eine riesengroße Herausforderung, aber auch eine große Chance", betonte der neue Oberbürgermeister. Denn viele Flüchtlinge seien jung und hochqualifiziert. Oberstes Ziel bei der Unterbringung sei die Integration durch eine dezentrale Unterbringung und begleitende Maßnahmen wie Sprachförderung, Schule, Ausbildung und Vermittlung in den Arbeitsmarkt.

Bernd Kettern, Direktor der Caritas Trier, hat im Namen der Wohlfahrtsverbände den integrativen Ansatz der Stadt bei der Unterbringung von Flüchtlingen begrüßt. Ein Konzept für die Zusammenarbeit der Verbände mit der Stadt sei in Vorbereitung, um möglichst viele Angebote und Beratungsmöglichkeiten bei der Integration der Flüchtlinge zu vernetzen.

Die Stadt Trier plant Informationsveranstaltungen für die Menschen in Trier-West (4. Mai) und Kürenz (26. Mai) sowie im Juni einen Informations- und Diskussionstag mit Workshops und Podiumsdiskussion. Bei diesem "Runden Tisch" sollen alle Institutionen, Vereine und Menschen beteiligt werden, die mit dem Thema Flüchtlinge befasst sind.

Wer Wohnraum für Flüchtlinge anbieten will oder sich in der Flüchtlingsarbeit engagieren will, kann sich ab sofort bei den Telefonhotlines der Stadt Trier unter 0651/718-4541 oder -4589 melden. Wer bereits konkrete Vorstellungen hat, findet auf der Homepage der Stadt Trier ein Kontaktformular .

Unabhängig davon hat Bundestagsabgeordnete Corinna Rüffer (Bündnis 90/Die Grünen) am heutigen Montag gefordert, dass der Bund sich dauerhaft finanziell an der Aufnahme, Betreuung und Integration von Asylsuchenden beteiligt. "Gesundheitsversorgung, Betreuung von traumatisierten Menschen und Arbeitsmarktintegration sind Aufgaben, die Länder und Kommunen nicht alleine stemmen können."

Derzeit erhalten die Kommunen pro Flüchtling einen Betrag von 512 Euro pro Monat.