FLÜCHTLINGE

Zum Bericht "Flüchtlinge künftig im Neubaugebiet - Unterbringung von Asylbegehrenden im Baugebiet BU 14 in Filsch beunruhigt Bürger" (TV vom 15. Dezember):

"Krieg. Stell dir vor, er wäre hier. Wohin würdest du gehen?" Mit Verwunderung lasen wir von einem Brief an den Ortbeirat Trier-Filsch, unterzeichnet von 13 Familien des Neugebietes BU 13, die die mögliche Unterbringung von Flüchtlingen in einem Ecke Kohlenstraße/Carl-Carsten-Straße geplanten Neubau monieren, weil sie die eventuelle Unterbringung junger Männer aus Kriegsgebieten und eine Wertminderung ihrer Grundstücke fürchten. Erstaunlich auch der Eifer bei der Suche nach Informationen, der dem Stadtrat eine nicht übliche Fragestunde zumutet. Hätte man nicht eher vermutet, dass die Bewohner von BU 13 - von Dankbarkeit erfüllt, weil die eigenen Kinder, unversehrt an Leib und Seele, in einem neuen Haus in ländlicher Umgebung, mit allen Vorteilen städtischer Annehmlichkeiten, mit einem deutschen Pass in einem wohlständigen, friedlichen Europa aufwachsen - Ortsbeirat und Stadtverwaltung beherzte Unterstützung gewähren würden, dem Vorbild der Initiative Petrisberg und Weidengraben bei der Belegung des Burgunderviertels folgend? Ist es für Menschen in langen friedlichen Zeiten so schwer, sich vorzustellen, was Krieg, Vertreibung, Flucht und totale Perspektivlosigkeit bedeuten? An dieser Stelle Anerkennung für den Ortbeirat Trier- Filsch und die Stadtverwaltung Trier, die sich mit der Unterstützung zahlreicher ehrenamtlicher Helfer den Herausforderungen einer Katastrophe stellen. Beruhigend zu wissen, dass in Trier, im Gegensatz zu anderen Städten, kein Flüchtling unter freiem Himmel oder in Hallen schlafen muss. Beruhigend das Abstimmungsergebnis 45:5 Stimmen über die Beschlussvorlage des Stadtrats. Beruhigend die grundsätzliche Botschaft des Abends: "Wir wollen eine Gesellschaft ohne Segregation - da die Reichen, da die sozial Bedürftigen." Eine wahrlich vorweihnachtliche Sternstunde der Trie rer Lokalpolitik. Dr. Kordula Rose-Werle und Prof. Josef M. Werle, Trier

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