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Föhren feiert Bartholomäuskirmes mit Beigeschmack

Föhren feiert Bartholomäuskirmes mit Beigeschmack

Die gute Stimmung, die gelungenen Auftritte, aber auch der Polizeieinsatz am Freitagabend sind auch zum Ende des Fests die Themen im Föhrener Kirmeszelt gewesen. Der Veranstalter ist empört über das "unverhältnismäßige Auftreten" von Polizei und Ordnungsamt am ersten Festabend.

Föhren. Die 72-jährige Helmi Lautwein wohnt seit ihrer Heirat vor einem halben Jahrhundert in Föhren und feiert jedes Jahr im August die Bartholomäuskirmes. Früher zünftig, wie sie sagt, heute mit Kindern, Enkeln und gutem Essen.
Der Besuch auf dem Kirmesplatz gehört für sie dazu, so wie für viele Föhrener. Am Sonntagnachmittag waren Rummel und Festzelt gut besucht, rund hundert Helfer stemmen die Kirmes. Zur Freude von Jochen Hesse, Vorsitzender des veranstaltenden Musikvereins. Er ist zufrieden, mit der Resonanz und den Auftritten von Gastvereinen sowie den Techerman\'s Friends und den Fiehrer Trunkensängern. Nur den Freitagabend hat er sonntags vor dem Auftritt der Leiendecker Bloas noch nicht verdaut: "Polizei und Ordnungsamt sind hier während der Partynacht des Radiosenders big FM zwei Mal mit Vehemenz aufgetreten", meint der Vorsitzende, "und monierten die Lautstärke."
René Krämer pflichtet ihm bei: "Ein Polizist hat mehrmals gesagt, wenn das morgen wieder so laut sei, würde er uns den Laden zumachen." Bereits kurz nach Mitternacht seien das Zelt leer und die Party beendet gewesen. Für den Polizeieinsatz hat es nach Meinung des Veranstalters keinen Grund gegeben.
Harald Licht, Leiter der Polizeiinspektion (PI) Schweich, begründet den Einsatz wie folgt: "Der Einsatz war erforderlich, um die Einhaltung der zulässigen Lärmgrenzwerte und damit der Nachtruhe der Anwohner zu gewährleisten." Es habe jedoch keine Anwohnerbeschwerden gegeben. Zwei Polizisten der PI Schweich und ein Mitarbeiter des Ordnungsamtes der Verbandsgemeinde hätten kontrolliert, ob der Veranstalter die Auflagen einhalte. "Die Verantwortlichen wurden zum Eingangsbereich gebeten, um den Veranstaltungsverlauf nicht mehr als notwendig zu beeinträchtigen", sagt Licht. Für den Fall weiterer Verstöße sei das Abschalten der Musik angedroht worden. Der Einsatz war laut Licht verhältnismäßig und habe nicht in unmittelbarem Zusammenhang mit einer Alkohol- und Drogenkontrolle gestanden.
Jürgen Reinehr, Ortsbürgermeister von Föhren, hat laut eigener Aussage VG-Bürgermeisterin Christiane Horsch um ein Gespräch gebeten. Dem Verein sei am Freitag ein finanzieller Schaden entstanden. katMeinung

Übereifrige Ordnungshüter
Okay, bei einer Kirmesparty kann es schon mal lauter werden als die Polizei erlaubt. Vor allem, wenn Techno-Musik aufgelegt wird und der Wind ungünstig steht. Doch Kirmes ist einmal im Jahr, das wissen auch die Föhrener Bürger und stellen sich darauf ein. Friedlich feiernden Jugendlichen den Saft abzudrehen, ist unverhältnismäßig und ein Sargnagel mehr für die traditionellen Dorffeste. Am gleichen Wochenende röhren die Motoren der Rallye-Autos in den Weinbergen. Wenn die "Tante Ju" in Föhren startet, rasseln die Tassen im Schrank. Auch das ist Ruhestörung. Selbst das unsägliche Tröten des Autoscooters ist schlimmer und lauter als die Kirmesmusik. a.follmann@volksfreund.deExtra

Vier Föhrener Vereine wechseln sich mit der Organisation der Kirmes ab. Sie sind auf die Einnahmen angewiesen. In diesem Jahr kommt der Erlös der musikalischen Ausbildung der Jugendlichen im Musikverein Föhren zugute. kat