Förderprogramm Ländliche Zentren

Infrastruktur : In acht Jahren zu schöneren Ortskernen in Föhren und Schweich

Minister Lewentz überreicht Förderbescheide in Föhren. Über Mittelzentren denkt er anders als die Experten.

Der Innenminister kam zwar nicht mit einem Geldkoffer, aber die Förderbescheide, die Roger Lewentz am Samstag in Föhren überreichte, sind für Föhren (3000 Einwohner) und Schweich (8000 Einwohner) so gut wie bares Geld. In einer Feierstunde im Beisein von Ratsmitgliedern der beiden Orte im Klostersaal durfte sich Föhrens Ortsbürgermeisterin Rosi Radant über 200 000 Euro freuen. Schweichs Stadtbürgermeister Lars Rieger nahm einen Förderbescheid über 375 000 Euro entgegen. Beide Kommunen erhalten die Landes- und Bundesmittel für Sanierungs- und Bauprojekte im Rahmen des Förderprogramms „Ländliche Zentren”.

Das Programm ist auf acht Jahre angelegt. Föhren erhält insgesamt zwei Millionen Euro für die Entwicklung des brachliegenden Klosterareals und weiterer städtebaulicher Maßnahmen. Das Fördergebiet der Stadt Schweich umfasst mit 17,4 Hektar nahezu den gesamten Ortskern. 2,7 Millionen Euro bekommt die Moselstadt für Maßnahmen in Alt-Schweich.

Wie Lars Rieger mitteilte, sind in Schweich bereits einige Projekte umgesetzt worden. So sei in der Bergstraße nach dem Abriss eines Hauses ein Parkplatz am Friedhof angelegt worden. Auch in der Zellenpfützstraße entstand ein Parkplatz, eine weitere Platzgestaltung ist im Zusammenhang mit dem Abriß von Gebäuden in Alt-Schweich vorgesehen. Laut Rieger informieren sich auch zunehmend Privatpersonen über Fördermöglichkeiten. Ein weiteres Vorhaben in Schweich sei die Neugestaltung von „Klein Venedig”, dem idyllischen Uferbereich des Föhrenbachs.

In Föhren wurden Städtebaumittel unter anderem  für den Teilabriss des ehemaligen Klosters der Franziskanerinnen verwendet. Das Kerngebäude, das Torhaus in der Waldstraße und die alte Schule wurden erhalten. Allerdings seien bisher alle Versuche gescheitert, das marode Kerngebäude einer wirtschaftlichen Verwertung zuzuführen, sagte Radant. Mittlerweile liegt auch für diesen Trakt eine Abrissgenehmigung vor. Wie es mit dem Kloster und der alten Schule weitergehe, darüber soll nach Auskunft der Ortsbürgermeisterin in der Oktober-Sitzung des Gemeinderats gesprochen werden.

Rosi Radant und ihr Kollege Lars Rieger fanden lobende Worte für das Förderprogramm Ländliche Zentren, beide halten jedoch den Umsetzungszeitraum von acht Jahren für zu knapp bemessen. Acht Jahre seien „kein schlechter Zeitraum”, bemerkte Minister Lewentz, immerhin seien das zwei Legislaturperioden und der längste Zeitraum aller kommunaler Förderprogramme in Rheinland-Pfalz.

Dass Schweich trotz der vor Jahren von Lewentz’ Vorgänger Bruch geäußerten Zusage immer noch nicht vom Land zum Mittelzentrum befördert wurde, nahm der Stadtbürgermeister zum Anlass, den Minister nach Beendigung der Sanierungsmaßnahmen ins „bis dahin hoffentlich zum Mittelzentrum gewordenen Schweich” einzuladen. Roger Lewentz verwies darauf, dass erst in der nächsten Legislaturperiode im Zuge der Aufstellung des Landesentwicklungsprogramms (LEP) V über Mittelzentren diskutiert werde. Lewentz: „Experten sagen, es gebe zu viele Mittelzentren im Land, ich glaube das nicht.”

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