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Folgenschwere Stürze: Die Gefahr steigt mit dem Lebensalter

Folgenschwere Stürze: Die Gefahr steigt mit dem Lebensalter

Vor allem ältere Menschen tragen bei Stürzen oft langwierige Verletzungen bis hin zu dauerhaften Behinderungen davon. Rund 60 Prozent dieser Unfälle ereignen sich am selben Ort oder in einer vergleichbaren Situation - wären also mit Vorausschau vermeidbar.

Trier. (red) Experten haben sich in Trier mit dem Thema "Sturzprophylaxe in der Pflege" befasst. Dabei ging es zum einen um Risikofaktoren, die zum Sturz führen, zum anderen um die Folgen von Stürzen und Maßnahmen zur Verringerung des Risikos. Wichtig ist es, zunächst das individuelle Sturzrisiko einzuschätzen, erklärt Markus Mai, Pflegewissenschaftler und stellvertretender Pflegedirektor des Krankenhauses der Barmherzigen Brüder Trier (BKT). Zu den wesentlichen Risikofaktoren zählen demnach Einschränkungen in der Mobilität - zum Beispiel Gangunsicherheiten und Sehbeeinträchtigungen - sowie ein Verlust an kognitiven Fähigkeiten, wie sie etwa bei Demenzkranken auftreten. Auch Medikamente sowie neurologische oder kardiologische Erkrankungen erhöhen die Gefährdung. Pflegewissenschaftliche Studien haben zudem ergeben, dass bei Personen, die schon einmal gestürzt sind, das Sturzrisiko besonders erhöht ist. In etwa 60 Prozent der Fälle stürzen die Personen am gleichen Ort oder in einer vergleichbaren Situation erneut. Das ließe sich vermeiden. "Erhöht wird das Risiko noch durch hervorstehende Teppichecken oder herumliegende Gegenstände in der Wohnung", berichtet Mai. In 30 Prozent der Fälle führen Stürze zu Verletzungen. Sie können sogar tödlich sein. Etwa ein Prozent der Stürze endet mit teilweise erheblichen Frakturen. Sie können außerdem die Entwicklung einer regelrechten Sturzangst begünstigen. Eine Folge: Die Patienten bewegen sich weniger, um Stürze zu vermeiden - was ihre Mobiliät einschränkt. Pflegewissenschaftliche Forschungen haben auch ergeben, dass Sturzereignisse eine der ersten Phasen für die Entwicklung einer späteren Bettlägerigkeit darstellen.Doch so weit muss es nicht kommen. Denn eine Pflegeperson oder ein Arzt kann ein persönliches Risikoprofil erstellen, in dem sich Tipps zur Verringerung des Sturzrisikos wiederfinden. So wird bei Gangunsicherheiten zu einem speziellen Kraft- und Muskeltraining der unteren Extremität geraten. "Bei Sehbeeinträchtigungen sollte immer darauf geachtet werden, dass die Sehhilfe auch noch die richtige Stärke hat", rät Mai. Bei kognitiv eingeschränkten Menschen können Bezugspersonen eine wichtige Stütze sein. Außerdem muss die Umgebung stets so beschaffen sein, dass von ihr kein Sturzrisiko ausgeht. Auch Gehstützen oder Rollatoren sollten regelmäßig getestet werden, damit von ihnen kein Risiko ausgeht. Extra Vorreiterrolle: Das Brüderkrankenhaus ist das erste Hospital in der Region Trier, das einen Pflegewissenschaftler beschäftigt. Markus Mai hat Pflegemanagement an der Katholischen Fachhochschule in Mainz studiert. Nun erhielt er die Masterurkunde der pflegewissenschaftlichen Fakultät der Philosophisch-Theologischen Hochschule in Vallendar am Rhein.