Fortschritt im Klostergarten

Wer in Heiligkreuz am Klostergarten wohnen will, muss dazu kein Gelübde mehr ablegen: Er kann sich eine der 86 Wohnungen sichern, die derzeit dort entstehen. Jetzt hat der Projektträger Eifel-Haus über den Baufortschritt informiert. Bis zum Sommer 2015 soll das Gebäude so gut wie komplett bezogen sein.

Trier. Die Eifel GmbH, Projektentwicklerin der Wohnanlage Klostergarten, hat Kunden, Handwerker und regionale Entscheider nach Heiligkreuz eingeladen, damit sie sich einen Eindruck vom Fortschritt der Bauarbeiten machen können. Geschäftsführer Alois Peters kann seine mehr als 100 Gäste dazu in einem Festzelt begrüßen, das locker im geräumigen Innenhof Platz gefunden hat. Rings herum schälen sich auf 8770 Quadratmetern gerade die 86 Wohnungen aus dem Rohbauzustand heraus
Peters zeigt zuversichtlich: Man liege "gut im Rennen", der Baufortschritt betrage rund 75 Prozent. Mehr als 100 Bauarbeiter, "größtenteils von einheimischen Betrieben", sorgten dafür, dass die Fertigstellung in Sicht rücke. "Die ersten Bewohner werden im Januar und Februar einziehen, dann geht es in sechs Blocks weiter", sagt Peters. "Bis zum Sommer wird dann alles bewohnt sein." Leichte Verzögerungen habe man weitgehend ausgeglichen. Die sind vor allem aufgetreten, weil dem Bauvorhaben einiger Widerstand entgegengeschlagen ist - vor allem von Nachbarn, die die Dimensionen beargwöhnten: "Die Wogen haben sich da aber geglättet", gibt Peters an. "Die Nachbarn haben sich inzwischen an den Bau gewöhnt."
Noch ein bisschen Zeit, sich an den neuen Anblick zu gewöhnen, braucht offensichtlich die Besucherin Schwester Margret Tovar vom Missionsorden "Unserer lieben Frau von Afrika": Sie war von 1981 bis 1987 als Ökonomin für die Verwaltung des ehemaligen Klosters zuständig und hat dann, nach Jahrzehnten in Ruanda und im Kongo, von 2001 an wieder in Heiligkreuz gewohnt. "Gebäude, die ich mit auf- und umgebaut habe, sind jetzt vollkommen verschwunden, auch die alte Kapelle", sagt die Frau, die den Verkauf des Geländes an Eifel-Haus eingefädelt hat. "Die Gebäude waren als Alterssitz für unsere Schwestern ganz ungeeignet - wir hätten sie aber nicht entsprechend umbauen können", erklärt Tovar die Motivation für den Verkauf, der heute das fast völlige Verschwinden ihres ehemaligen Zuhauses bedeutet.
Immerhin ist nicht nur ein alter Pavillon an der Bernhardstraße erhalten geblieben: Etwa da, wo früher der namensgebende Klostergarten war und heute das Festzelt steht, wird demnächst wieder gesät und geerntet: Im großzügigen Innenhof, der asymmetrisch von den sechs Gebäuden umschlossen wird, wird ein grüner Raum für Begegnung und Erholung angelegt, inklusive kleiner Gemüsebeete für die Anwohner. Deren Terrassen sind im Parterre direkt dem Innenhof zugewandt, während großzügige Penthousewohnungen spektakuläre Ausblicke über die Stadt bieten - und bis zu 210 Quadratmeter Platz. Alle Wohnungen sind mit Fußbodenheizung, barrierefrei und energieeffizient, unter anderem durch eine kontrollierte Be- und Entlüftung und dreifach verglaste Fenster. Im Parkhaus können 119 Autos abgestellt werden. Gesamtinvestitionsvolumen des Projekts: 24,5 Millionen Euro.
Eine Bewohnerin, die schon lange vor den Ordensschwestern da war, musste im Laufe der Bauarbeiten ebenfalls das Feld räumen: Das Landesmuseum hat bei seinen elfmonatigen Ausgrabungen die 2000 Jahre alte Kalksteinfigur einer keltischen Dame gefunden.