Forum für Jazztalente

Das Newcomer Jazzfest in der Trierer Tufa hat einen nachhaltigen Eindruck vom Talent, der Leistungsfähigkeit und Vielseitigkeit junger Jazzmusiker aus der Großregion vermittelt. Drei Formationen aus Echternach, Metz und Saarbrücken stellten sich vor.

Trier. (ae) Seit zehn Jahren gibt es das Newcomer Jazzfest des Jazzclubs EuroCore - eine in der Förderung junger Jazzmusiker einzigartige Institution. Denn mit dem Ziel der grenzübergreifenden Vernetzung bietet es Formationen aus Konservatorien und Musikhochschulen des gesamten Saar-Lor-Lux-Raumes die Chance, sich zu präsentieren, von Veranstaltern entdeckt zu werden und zu gemeinsamen Projekten zusammenfinden.

Mit Erfolg, wie Thomas Schmitt, der Vorsitzende des Jazzclubs, zum Jubiläum resümiert: "Ich kann mich gut an Auftritte mancher junger Musiker hier erinnern, die dann am Jazz-Workshop International teilgenommen, an Hochschulen wie Berklee, dem Mekka des Jazz, studiert und später mit international besetzten Bands bei Jazz im Brunnenhof gespielt haben."

Auch das aktuelle Fest zeugte wieder vom großen Potenzial des Jazznachwuchses der Großregion. Für Furore sorgte das von Damien Prud`homme ausgebildete Picasso Trio mit Absolventen des Metzer Konservatoriums, die jetzt in Paris weiterstudieren. In einer ungewöhnlichen Besetzung ohne Bass brannten Oscar Bandinu (Gitarre), Rémi Fox (Saxofon) und Jean Baptiste Pinet (Schlagzeug) ein kreatives, vielfarbiges Feuerwerk ab.

Entspannter Genuss



Auf vergleichbar hohem Niveau begeisterte das von Georg Ruby betreute Trio Jazzlabor der Hochschule für Musik Saarbrücken. Der ecuadorianische Pianist Sebastian Arauz, Basssist Matthias Kiefer und Drummer Christoph Schnell spielten stilistisch vielfältig inspirierte Eigenkompositionen eher intellektueller und kammermusikalischer Natur, in denen sie Themen aus Literatur, Volkslied oder eigenen Lebenserfahrungen umsetzten.

Entspannten Genuss schöner Swing- und Latin-Jazz-Standards wie Autumn Leaves, Watermelon Man oder Blue Bossa bot das von Georges Letellier entsandte Jazzquartett der École de Musique d`Echternach. Pierre Leitz (Saxofon), Philippe Storck (Piano), Thomas Nougarat (Bass) und Pierre Lambe (Drums) absolvierten ihren ersten großen Auftritt mit Bravour. Das Publikum war sehr zufrieden mit dem Konzertabend. Ebenso Professor Ulrich Beckerhoff von der Folkwang-Hochschule Essen, der extra angereist war, um den jungen Musikern ein Feedback zu geben: "Es war wieder toll, derart viel Kreativität und Einsatz zu erleben. Da braucht man sich um die Zukunft des Jazz keine Sorgen zu machen."