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Franz Josef Gebert ist neuer Weihbischof im Bistum Trier (Fotostrecke)

Franz Josef Gebert ist neuer Weihbischof im Bistum Trier (Fotostrecke)

900 Gläubige feiern mit ihm und zahlreichen Bischöfen.

Als neuer Weihbischof ist Franz Josef Gebert im Kreis seiner Bischofsbrüder begrüßt worden. Und zwar wortwörtlich, denn zur feierlichen Weihe war eine ganze Schar von Bischöfen und Weihbischöfen aus benachbarten Bistümern in Deutschland, Frankreich, Luxemburg und Belgien erschienen. Mit einer Umarmung hießen sie den Mitbruder in ihrer Gemeinschaft willkommen. Rund 900 Gläubige im Dom verfolgten die Geste aufmerksam.

Wenige Minuten zuvor hatte Gebert den Weiheritus durchlaufen. Viele Elemente dieser Zeremonie sind bereits Hunderte Jahre alt. Seit dem zweiten Vatikanischen Konzil (1962-1965) wurde festgeschrieben, dass drei Bischöfe als sogenannte Konsekratoren den Weiheritus vollziehen. In diesem Fall waren es Bischof Stephan Ackermann und Weihbischof Jörg Michael Peters aus dem Bistum Trier sowie der Erzbischof von Luxemburg, Jean-Claude Hollerich. Am Anfang stand das Verlesen der Ernennungsurkunde aus Rom. "Ich bin Papst Franziskus sehr dankbar, dass er uns in Trier so zügig wieder einen dritten Weihbischof zur Seite gestellt hat", meinte Bischof Ackermann. Nur wenige Monate nach der Ernennung von Helmut Dieser zum Bischof von Aachen sei so bereits sein Nachfolger in Trier erwählt worden. Dass Gebert sich mit 68 Jahren dafür entschieden habe, diese Berufung aus Rom anzunehmen, sei keineswegs als krönender Abschluss oder Ruhestand seiner Priesterlaufbahn zu verstehen. "Dafür ist das Bischofsamt viel zu bewegt", begründete Ackermann. Vielmehr sei es als Wille zu begreifen, sich auf neue Herausforderungen einzulassen.

Vor den Bischöfen und dem versammelten Kirchenvolk musste Gebert eine Reihe vom Fragen beantworten, die seine Bereitschaft überprüften, sich für die Verkündigung des Evangeliums und den Dienst für die Gläubigen einzusetzen. Nach diesem Weiheversprechen wurde eine Reihe von Heiligen als Zeugen und Unterstützer angerufen. Während dieser sogenannten Litanei lag der angehende Weihbischof als Zeichen der Demut mit dem Gesicht zum Boden vor dem Altar. Nach und nach legten alle anwesenden Bischöfe Gebert die Hände auf und sprachen die Weiheformel: "Empfange den Heiligen Geist."

Mit Chrisam-Öl wurden Kopf und Hände gesalbt und Ackermann überreichte die sichtbaren Zeichen des Bischofsamtes an Gebert: Ring, Mitra und Hirtenstab. Eine besondere Bedeutung kam dem ebenfalls übergebenen Evangeliar, dem Buch mit dem Text der Heiligen Schrift, zu. Bereits in seiner Predigt hatte Ackermann darauf hingewiesen, dass die Verkündigung des Evangeliums zentrale Aufgabe eines Bischofs sei. Nicht zur eigenen Verfügung sei es ihm in die Hände gegeben, sondern vielmehr stehe er unter dem Wort Gottes und somit in seinem Dienst. Symbolisch wurde dies in der Zeremonie durch das Halten des Evangeliars über Geberts Kopf veranschaulicht.

Weitere Zeichen enthält das Wappen des neuen Weihbischofs, die er in seiner kurzen Ansprache erläuterte. Neben dem Symbol des Bistums Trier, dem roten Kreuz auf silbernem Grund, enthält es die Motive einer Weintraube und eines vom Schwert zerteilten Mantels. Der Mantel steht für St. Martin und damit zum einen für die Philosophie des Teilens: Der Heilige hatte laut Überlieferung seinen Soldatenmantel mit einem frierenden Bettler geteilt. In seiner Zeit als Caritasvorsitzender habe er viele heutige Formen des gelebten Teilens kennen und schätzen gelernt, führte Gebert aus. "Und es ist eine Erinnerung an meine Heimatpfarrei St. Martin in Schweich", ergänzte er. Die Traube stehe ebenfalls für ein Stück Heimat: Gebert stammt aus einer Winzerfamilie. Der Stock, an dem die Trauben hängen wiederum, verweist auf das Alte Testament. Dort wird berichte, dass die Israeliten von ihrer ersten Erkundung des gelobten Landes eine riesige Rebe auf einem Stock mitbrachten. Im Anschluss an die Dankesworte Geberts wurde bei einem Empfang auf dem Bischof-Stein-Platz der neue Weihbischof für Trier gefeiert.