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Fred hilft jungen Drogenkonsumenten

Fred hilft jungen Drogenkonsumenten

Im Landgericht Trier ist das Bundesprojekt "Frühintervention bei erstauffälligen Drogenkonsumenten" (kurz: Fred) vor Polizisten, Juristen und Suchtberatern vorgestellt worden. Mit dem Projekt wollen Polizei und Staatsanwaltschaft jungen Menschen, die erstmalig Cannabis konsumieren, helfen.

Trier. Eine eher ungewöhnliche Einladung der Trierer Staatsanwaltschaft hatten Polizisten, Juristen sowie Vertreter von Suchtberatungsstellen und Jugendämtern erhalten: Fred, ein bundesweites Drogenpräventions-Projekt, wurde im Landgericht Trier vorgestellt. Staatsanwalt Jörn Patzak hatte die Infoveranstaltung organisiert.

Projekt spricht 14- bis 25-Jährige an



Es ist nicht das erste Mal, dass der Staatsanwalt, der mit der Verfolgung von Betäubungsmittel-Straftaten befasst ist, in Sachen Drogenprävention auftritt: Seit rund einem Jahr hält er in der Region Vorträge über rechtliche und sonstige Folgen des Drogenkonsums für junge Menschen. 60 Teilnehmer, die täglich mit jungen Cannabis-Konsumenten zu tun haben, waren zu der Info-Veranstaltung in den Gerichtssaal gekommen.

Nadja Wirth vom Träger des Projekts, der Koordinationsstelle Sucht des Landschaftsverbands Westfalen-Lippe, stellte Fred den Anwesenden vor: Cannabis-Konsumenten, die zum ersten Mal von der Polizei aufgegriffen werden, stünden oftmals am Anfang einer Drogenkarriere, so Wirth. Dieser Moment der Verunsicherung soll laut Wirth genutzt werden: Das suchtpräventive Angebot Fred richtet sich an 14- bis 25-Jährige, die erstmals wegen des Konsums illegaler Drogen polizeilich auffällig sind. Sie werden von der Polizei oder der Justizeinrichtung in den Kurs vermittelt.

Acht Stunden gegen die Abhängigkeit



In acht Stunden lernen die jungen Menschen, den eigenen Drogenkonsum zu reflektieren. Sie erhalten Wissen über die Risiken und rechtlichen Aspekte sowie praktische Tipps, den Konsum zu beenden.

"Mit Fred werden Drogenkonsumenten sieben Jahre früher als üblich in der Drogenhilfe erreicht" , sagte Wirth. 350 Euro kostet das Projekt pro Teilnehmer.

Teilweise wird das Kursangebot in Regel-Angebote aufgenommen, über Bußgelder oder von den Kommunen finanziert.

Bislang wurde Fred bei Trägern der Sucht- und Drogenhilfe in Trier, Daun und Bitburg angesiedelt. "Vor dem Hintergrund, dass zahlreiche Jugendliche illegale Drogen, insbesondere Cannabis, konsumieren, soll ein flächendeckendes Angebot geschaffen werden", sagte Staatsanwalt Patzak. Der Druck des Strafverfahrens könne genutzt werden, um mittels der Teilnahme an Fred ein weiteres Abgleiten in die Suchtabhängigkeit zu verhindern. Und: "Fred ist ein Kooperationsprojekt. Wir lernen alle voneinander", betonte der Staatsanwalt. Extra Fred: Seit der Erprobungsphase in den Jahren 2000 bis 2002 ist Fred, ein Modellprojekt des Bundesgesundheitsministeriums, in ganz Deutschland verbreitet. Mehr als 120 verschiedene Projekte verzeichnet die Datenbank der Landschaftsverbands Westfalen-Lippe (LWL) Koordinationsstelle Sucht. Seit November 2007 ist Fred europäisch geworden. Nadja Wirth betreut das Projekt "Fred goes Net" mit 17 europäischen Partnern. Inzwischen wurden auch Konzepte für Jugendliche, die eine riskante Menge Alkohol konsumieren, erarbeitet. (Quelle: LWL-Koordinationsstelle Sucht) (kat)