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Freibad Mertesdorf: Geplante Sanierung & erhöhte Preise

Sanierung : Es wird noch ein paar Jahre dauern: Wann die Sanierung des Freibades Mertesdorf beginnt und was geplant ist

Erfolgreiche Saison im Freibad Mertesdorf: Wie viele Badegäste kamen, wie sich die Preise im nächsten Jahr entwickeln werden und wann das Bad saniert wird.

Inzwischen fallen rund um die weiträumigem Anlagen die Blätter, und die noch mit Wasser gefüllten Edelstahlbecken sind schon in der Winterpause. Doch verwaltungstechnisch gibt es für das Freibad keine Winterruhe. So ist bei der Verbandsgemeindeverwaltung Ruwer in Waldrach einerseits die Bilanz 2022 zu ziehen, andererseits wandert der Blick schon aufs kommende Jahr und auch weit darüber hinaus.

Betrieben wird die Freizeitanlage vom „Zweckverband Freibad Ruwertal“, an dem die Verbandsgemeinde (VG) Ruwer zu 75 Prozent und die Stadt Trier zu 25 Prozent beteiligt sind. Angesichts gestiegener Energiekosten, dem Fachkräftemangel und altersbedingten baulichen Mängeln schaut der Verband nicht ohne Sorgen in die Zukunft. Fest steht heute schon, dass die Eintrittspreise nicht zu halten sein werden. Die Badegäste werden 2023 auf jeden Fall mehr zahlen müssen (siehe Info).

Freibad Mertesdorf 2022: viele Gäste, wenig Personal

Positiv in Erinnerung bleibt im Waldracher Rathaus die Badesaison 2022. So auch bei Bürgermeisterin Stephanie Nickels, Fachbereichsleiter Michel Stüber und Sachbearbeiterin Anja Haas. Der Zweckverband schaue auf eine erfolgreiche Saison zurück, heißt es. Nickels: „Es war ein unfall- und störungsfreies Jahr. Mit einer Gesamtbesucherzahl von 63.307 Gästen verzeichneten wir wieder ein überdurchschnittliches Ergebnis, nicht zuletzt deshalb, weil das Trierer Nordbad in dieser Saison geschlossen blieb.“

Von den Besuchern fast unbemerkt kämpften alle Badbetreiber in der Region mit chronischem Fachkräftemangel. Derzeit in Mertesdorf nicht besetzt seien eine Badleiterstelle, zwei Stellen für Fachangestellte und eine Stelle für Auszubildende, heißt es. Inzwischen habe der Zweckverband eine Stelle für einen stellvertretenden Badleiter mit Aufstiegsaussicht zum späteren Badleiter und eine weitere Fachkraftstelle ausgeschrieben.

Nickels: „Die Tarifstruktur und der Saisonbetrieb eines Freibades führen in der aktuellen Arbeitsmarktlage zur besonderen Herausforderung.“ In der täglichen Praxis bedeute dies um zwei Stunden eingeschränkte Öffnungszeiten von zuletzt 9 bis 19 Uhr. Grund seien die geltenden Arbeitsschutzbestimmungen, nach denen die Dienstzeit der Mitarbeiter auf zwölf Stunden am Stück beschränkt sei. Für etwas Entlastung habe laut Nickels die Mitgliedschaft in der Bädergesellschaft Region Trier mbH gesorgt (siehe Info). Abteilungsleiter Stüber: „Neben dem fachlichen Austausch mit den anderen Badbetreibern hat die Gesellschaft uns 2022 auch personell unterstützt.

Trotz Energiekrise: Freibad Mertesdorf will 2023 öffnen

Als große Unbekannte und schwere Herausforderung wird die aktuelle Entwicklung der Energiekosten genannt. Inzwischen hätten sich diese im Vergleich zu 2021 fast verdoppelt. Man stehe daher für die kommende Saison in Verhandlungen mit den Gasanbietern. Und angesichts dieser Lage habe die Zweckverbandsversammlung entschieden, eine notwendige Gebührenanpassung vorzunehmen. Die Anpassung sei moderat, insbesondere um die steigenden Energiekosten zu decken. Nickels: „Trotz aller Herausforderungen ist es unser klares Ziel, das Ruwertalbad im kommenden Jahr zu öffnen und auch langfristig zu sichern.“

Wann wird das Schwimmbad in Mertesdorf saniert?

Die nächste „große Baustelle“ in Mertesdorf wird im wörtlichen Sinn die Sanierung der aus den späten 60er Jahren stammenden Anlage sein. Allerdings rücken hierbei entgegen anderslautenden Gerüchten noch nicht so bald die Bagger an. Auf Beschluss der Zweckverbandsversammlung sollen folgende Bereiche saniert werden: in den Gebäuden Duschen und Toiletten, Badewassertechnik, Schwallwasserbehälter, Planschbecken mit Spielplatz, Sonnensegel, Erneuerung große Rutsche, Sanierung Sprungturm, energetische Erneuerung Heizsystem. Bürgermeisterin Nickels: „Derzeit sondieren wir die Fördermöglichkeiten. Für eine Landesförderung müssen wir in die Sportstättenförderung des Kreises aufgenommen werden. Dies ist von den Kreisgremien bereits beschlossen worden.“ Derzeit warte man auf Rückmeldung der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion. Nickels: „Wir sind als Zweckverband bestrebt, das alles möglichst zügig durchzuführen. Auch wegen der unkalkulierbaren Energiekostenentwicklung.“ Und wann, so Frage des TV, mit dem Beginn der Sanierung zu rechnen sei? Antwort: „Vielleicht können wir nach der Saison 2025 beginnen – alles andere wäre unrealistisch.“