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Freibad Trier-Nord: Saniert wird in einem Rutsch

Sport und Freizeit : Freibad Trier-Nord – Saniert wird in einem Rutsch

Noch warten die Trierer Freibäder auf ihre Wiedereröffnung. Für das Bad im Norden wird es nur ein kurzes Zwischenspiel. Denn die komplette Anlage soll im kommenden Jahr saniert werden. Dann bleibt das Schwimmbad geschlossen.

Wären die Verantwortlichen der Stadtverwaltung und Stadtwerke Hellseher, dann wäre mit der 2018 beschlossenen Sanierung des Freibads Trier-Nord vermutlich bereits in diesem Jahr begonnen worden. Denn für das aufwendige und millionenschwere Bauprojekt muss die Sport- und Freizeit-Anlage für eine Saison komplett geschlossen werden. In der Corona-Krise wäre das leicht gefallen. Weil es aber ist, wie es ist, wird das Bad vermutlich am Wochenende freigegeben. Und die Sanierung startet nach Ende der deutlich verkürzten Saison.

„Wir können in Trier nicht alles auf einmal machen“, hatte Oberbürgermeister Wolfram Leibe im Januar argumentiert, als Ministerpräsidentin Malu Dreyer an der Zurmaiener Straße einen Förderbescheid über 1,1 Millionen Euro an ihn überreichte. Das Geld kommt aus dem Förderprogramm, das die soziale Integration der Menschen in Stadtquartieren unterstützt und deckt zu 90 Prozent die 1,3 Millionen Euro teure Sanierung des Eingangsgebäudes und des Bereichs vor dem Bad, die von der Stadt finanziert werden muss.

Freibad Trier-Nord: Saniert wird in einem Rutsch
Foto: Stadt Trier/KBH Architektur

Schon bei diesem Anlass war das Ziel klar formuliert, dass in Zusammenarbeit mit den Stadtwerken Trier (SWT) der große Wurf einer Gesamtsanierung gelingen sollte. Die waren bereits bei der Erneuerung der Technik mit im Boot. Im Bauausschuss des Stadtrats am heutigen Mittwoch steht nun die Vorentscheidung an, ob sich der Eigenbetrieb der Stadt noch wesentlich stärker engagieren darf. Die Stadtwerke sollen sich im Rahmen der Sanierung maßgeblich um das Gesamtkonzept in Bezug auf Familienfreundlichkeit, die Badewassertechnik und die Haustechnik kümmern.

Insgesamt 6,3 Millionen Euro (5,3 Millionen netto) will die SWT in die Komplettsanierung des Nordbads investieren. Dafür soll die Stadt den Betrieb beider städtischen Freibäder zum Beginn des neuen Jahrs auf die Stadtwerke und die neu gegründete SWT Bäder GmbH übertragen. SWT-Sprecher Carsten Grasmück nennt auf Anfrage unserer Zeitung den Mehrwert für das Unternehmen: „Durch die Zusammenarbeit in der neuen Bädergesellschaft erzielen wir Synergieeffekte, wie beispielsweise die Vereinheitlichung der Technik, den gemeinsamen Personaleinsatz und die Ausbildung, ein übergreifendes Energiemanagement sowie steuerliche Vorteile.“ Die Stadt Trier gleiche die jährlichen Verluste aus dem Bäderbetrieb durch entsprechende Einzahlungen in die Kapitalrücklage der SWT-AöR aus. Diese bildet als 100-prozentiger Eigenbetrieb der Stadt das Dach für die diversen SWT-Gesellschaften, in denen die Stadt Trier nur in geringerem Maß Mitgesellschafter ist.

Die gute Nachricht für die Sportschwimmer: Der Charakter des Sportbads mit abgetrennten Schwimmbahnen wird erhalten. Dennoch soll die Familienfreundlichkeit mit einer neuen Rutsche, einem versetzen Sprungturm und dem aufgewertetem Nichtschwimmerbereich erhalten bleiben. Das Kinderplanschbecken wird neu gebaut und ebenso wie das Schwimmerbecken in Edelstahl ausgeführt. Ob das neue Kassensystem, das in diesen Tagen mit Blick auf die komplizierten Corona-Vorgaben bereits installiert wird, auch einen schlüssellosen Zugang vom Nordbad zum geplanten Moselstrand ermöglichen wird, bleibt derzeit noch eine Spekulation.

Klar ist allerdings, dass alles barrierefrei sein wird. Das gilt auch für die derzeit wenig attraktive Vorfläche des Freibads, die neu geordnet und klar gegliedert werden soll. Auch die Verbindung zum neuen Moselstrand, der unmittelbar an das Freibad grenzt, soll verbessert werden.

Der Stadtrat wird am 30. Juni über das Sanierungskonzept und die größere Rolle der SWT bei den Freibädern entscheiden. Mit viel Widerspruch ist nicht zu rechnen.