Freie Fahrt für 3-Uhr-Bus
Waldrach/Pluwig · Das geplante Aus für späte Rückkehrmöglichkeiten aus der Innenstadt ins Ruwertal ist zumindest für 2012 vom Tisch: Die Stadtwerke Trier bieten ab Anfang Januar Nachtbusse an, die Fahrgäste donnerstags, freitags und samstags um 3 Uhr zurück nach Waldrach und Pluwig bringen.
Waldrach/Pluwig. In der Nacht zum Freitag, 13. Januar 2012, werden sie zum ersten Mal fahren: die 3-Uhr-Nachtbusse in Richtung Waldrach und Pluwig. An dem bekannten "Unglückstag" starten die Stadtwerke Trier (SWT) mit dem Angebot einer späten Verbindung aus der Innenstadt ins vordere Ruwertal. Um drei Uhr - statt wie bisher um zwei Uhr - werden donnerstags, freitags und samstags Busse eingesetzt, die zur vollen Stunde am Hauptbahnhof starten und dann als Endstationen Waldrach und Pluwig ansteuern (siehe Infobox). Das geplante Aus für die späte Busfahrt aus der Innenstadt ins vordere Ruwertal (der TV berichtete) ist damit vom Tisch - zumindest für einen einjährigen Probebetrieb. Wegen zu geringer Fahrgastzahlen hatten die SWT im Spätsommer angekündigt, ab 2012 die Spätbuslinien 86 (bis Waldrach) und 87 (nach Pluwig) zu streichen.
Besonders bei jungen Busnutzern löst die Entscheidung der Stadtwerke Begeisterung aus. "Ich finde es sehr gut, dass es eine Möglichkeit gibt, nach Mitternacht nach Hause zu kommen", sagt Simon Pautmeier aus Kasel. Der 18-Jährige hatte sich zusammen mit rund 250 anderen Mitstreitern auf der Internetplattform Facebook in einer Gruppe für den Erhalt der späten Busfahrt eingesetzt. Bei einem Gesprächsabend Mitte September hatten die jungen Leute ihren Unmut über die geplante Abschaffung des Nachtbusses gegenüber Frank Birkhäuer (Leiter der SWT-Verkehrsbetriebe) kundgetan. "Ohne Internet und Facebook hätten wir es nicht geschafft, so viele Mitstreiter zu mobilisieren", sagt Kevin Hennen (17) aus Morscheid.
Frank Birkhäuer weiß, wie wichtig besonders für junge Menschen die späte Busanbindung an den Wochenenden ist. An der bisherigen 2-Uhr-Variante hätten die SWT nicht festhalten können. Der Grund: Für die Strecke nach Waldrach und Pluwig brauchen die Fahrer zu lange, um pünktlich zur vollen Stunde am Hauptbahnhof zu sein. Bei einer Abfahrt um 3 Uhr bestehe das Problem nicht, weil dann sowieso der Sternbusverkehr ende. "Wenn nun das Fahrgastaufkommen hoch genug ist, werden wir den jetzigen Probebetrieb 2013 ins Regelangebot aufnehmen", verspricht Birkhäuer. Bernhard Busch, Bürgermeister der Verbandsgemeinde (VG) Ruwer, ist froh, dass nun doch noch eine Lösung gefunden wurde. "Die jungen Leute haben durch diese Aktion gemerkt, dass es gut ist, wenn man sich einbringt", sagt Busch. Die VG konnte indirekt die SWT bei der Einrichtung der Nachtbusse unterstützen: Nach einem Beschluss des Haupt- und Finanzausschusses werden die Stadtwerke ihr Sponsoring des Busses in Besitz der VG reduzieren, um dafür die Einrichtung der Nachtbusse aufrechtzuerhalten.
"Die Finanzierung unseres VG-Busses übernimmt nun die VG selbst", sagt Busch. Trotzdem sei die Lösung noch nicht ganz optimal. Schließlich müssten auch noch für Riveris, Morscheid und Orte im Osburger Hochwald späte Busverbindungen geschaffen werden.Meinung
Engagement hat sich gelohnt
Wer sich engagiert, kann etwas erreichen. Diese Lehre können die rund 250 jungen Busnutzer ziehen, die sich in den vergangenen Monaten vehement gegen die Abschaffung der 2-Uhr-Nachtbusse in Richtung Waldrach und Pluwig eingesetzt haben. Den engagierten jungen Leuten und auch den Erwachsenen, die sie in ihrem Vorhaben bestärkt und unterstützt haben, gebührt eine große Portion Anerkennung. Aber auch die Stadtwerke Trier gilt es zu loben: Schließlich ist es nicht selbstverständlich, dass kurz vor dem Druck des neuen Fahrplans noch einmal Strecken neu organisiert wurden. Und das alles nur um ein Angebot zu schaffen, das - im Vergleich zu dem Fahrgastaufkommen im Stadtzentrum - nur eine geringe Anzahl von Busnutzern zugutekommt. Dass nun statt einer 2-Uhr- eine 3-Uhr-Variante angeboten wird, ist ein Kompromiss, mit dem beide Seiten gut leben können. a.scholz@volksfreund.deExtra
So funktioniert das neue Nachtbusangebot an Donnerstagen, Freitagen und Samstagen: Endstation Waldrach: Um 3 Uhr startet ein Bus der Linie 86 vom Trierer Hauptbahnhof über Ruwer in Richtung Waldrach. Endstation Pluwig: Um 3 Uhr startet ein Bus der Linie 81 (bisher 87) in Richtung Irsch und Kernscheid am Trierer Hauptbahnhof. In Trier-Tarforst (Karl-Carstens-Straße) steht dann ein Zusatzbus bereit, mit dem die umgestiegenen Fahrgäste nach Korlingen, Gutweiler, Gusterath und Pluwig gelangen. as