Freie Fahrt über die Kyll ab November: Brückenneubau in Trier-Ehrang erreicht bald die Zielgerade

Freie Fahrt über die Kyll ab November: Brückenneubau in Trier-Ehrang erreicht bald die Zielgerade

Die neue Ehranger Kyllbrücke und der dazugehörige Kreisel B 422/Kyllstraße sollen Mitte November dem Verkehr übergeben werden. Zuvor steht Ehrang nochmals eine zwei Monate dauernde Umleitung von der B 422 durch den Ort zur B 53 bevor. Insgesamt liegen die Arbeiten laut dem Projektleiter etwa drei Wochen hinter dem Zeitplan.

Drei Wochen lang lag die Ehranger Brückenbaustelle still - nun herrscht an der Kyllstraße wieder rege Betriebsamkeit. Der Grund: Nach den Stahlbetonarbeiten am Brückenkörper hatte das Material drei Wochen lang austrocknen müssen (sogenannte Abbindezeit), was die Baufirma Klein aus Jünkerath für ihre Betriebsferien nutzte. Inzwischen werden die Verschalungen entfernt.Verzögerung von drei Wochen

Projektleiter Andreas Willkomm vom städtischen Tiefbauamt erläutert: "Insgesamt sind die Arbeiten im Zeitplan. Allerdings ergab sich eine leichte Verzögerung von drei Wochen durch die Aushärtezeiten des Betons."

Sobald die Verschalungen und die Hilfsträger entfernt sind, ist der eigentliche Brückenbau abgeschlossen und der Fahrbahnbau kann starten. Begonnen wird laut Willkomm am Brückenkopf in Richtung Bahnübergang, wo die Anbindung an die "andere Seite" der Kyllstraße/Ecke Einmündung Servaisstraße entstehen soll. Noch klafft dort eine grob aufgeschüttete Lücke zwischen Brücke und "Festland". Eine Sperrung sei für diese Arbeiten nicht erforderlich, erklärt der Projektleiter.

Auch die Brückenfahrbahn wird in Angriff genommen: Über den Beton wird zunächst eine Bitumenabdichtung aufgetragen, der eine Lage Gussasphalt und schließlich die Asphaltdeckschicht folgen.

Ab dem 6. September, nach dem Ehranger Markt, werden mit einem speziellen Arbeitsgerät die von oben nicht sichtbaren Hilfsträger aus Stahl entfernt, die sich derzeit unterhalb der Brücke befinden. Durch sie wurde die Stahlbetonkonstruktion während der Abbindezeit zusätzlich gesichert.

Gleichzeitig beginnt dann am 12. September die Tiefbaufirma Schnorpfeil mit dem Bau des Kreisverkehrs an der derzeitigen Einmündung B 422/Kyllstraße. "Das wird eine flache Konstruktion, die von Schwerlastfahrzeugen überfahren werden kann - ähnlich wie der Kreisel auf der Schweicher Brückenstraße vor der Verbandsgemeinde-Verwaltung", sagt Willkomm.

Rund zwei Monate soll laut dem Projektleiter der Bau dieses Kreisverkehrs mit Brückenanschluss dauern. In dieser Zeit wird der Durchgangsverkehr von Kordel nach Trier noch einmal von der B 422 auf die Oberstraße und von dort in Richtung Quint und der Bundesstraße 53 umgeleitet werden. Die Behelfsbrücke bleibe in dieser Zeit weiter befahrbar.Eröffnungsfeier geplant

Mitte November soll das komplett fertige Projekt "B-422-Umgehung/Brückenneubau" dem Verkehr übergeben werden. "Das ist das größte Bauprojekt in Eigenregie der Stadt Trier seit dem Bau der Konrad-Adenauer-Brücke", stellt Projektleiter Willkomm fest. In Anbetracht dieser Bedeutung und Größenordnung werde es sicher eine Eröffnungsfeier geben, kündigt er an. "Der genaue Termin dafür steht aber noch nicht fest."Extra

Ein Blick aus der Luft auf die Dauerbaustelle in Ehrang. Gut zu sehen sind das neue Bauwerk und die Behelfsbrücke rechts nebendran. TV-Foto: Portaflug. Foto: (h_tl )

Stationen des Kyllbrückenausbaus: DDie Arbeiten beginnen Mitte September 2015 mit dem Bau der Hilfsbrücke über die Kyll. Über diese Behelfskonstruktion ist der Flussübergang seither nur noch in Richtung Trier befahrbar und für den Schwerlastverkehr gesperrt.Der Verkehr an der Einmündung neue B 422/Kyllstraße wird seitdem durch eine Behelfsampel geregelt.Kurz nach Abrissbeginn der 1954 erbauten alten Brücke kommt es im September 2015 fast zur Katastrophe , als die marode Stahlbetonkonstruktion plötzlich unter der Last eines Abrissbaggers wegbricht. Der Mann auf dem Bagger kommt mit dem Schrecken davon.Nach dem Bau der Pfeiler und Widerlager werden im April 2016 die fünf Hauptträger montiert. Sie sind jeweils 35 Meter lang und wiegen zusammen über 100 Tonnen.Danach kann die monatelange Fertigstellung des Brückenkörpers, eine sogenannte Verbundbrücke aus Stahl und Beton, beginnen. f.k.