Freier Eintritt für Feuerwehr: Streit schwelt weiter

Trier · Freies Schwimmen für freiwillige Feuerwehren: Das Thema wird erst nach der Freibadsaison wieder im Stadtrat auftauchen. Feuerwehrobmann Kurt Hardt spricht aber bereits jetzt Klartext: "Wir verlangen, dass die Stadt Trier uns bei allen Maßnahmen unterstützt, die unsere gefährliche Arbeit erleichtern."

Kurt Hardt ist ein Veteran der Brandbekämpfung. Seit fast einem halben Jahrhundert ist der 63-Jährige Feuerwehrmann, er war 20 Jahre lang Löschzugführer in Kürenz und spricht seit 24 Jahren als Obmann für alle freiwilligen Feuerwehren der Stadt und ihre 300 Feuerwehrleute. "Er kämpft für seine Feuerwehr und lässt es dabei auch auf manche Meinungsverschiedenheit ankommen" - so hat Ex-Feuerwehrdezernent Georg Bernarding den Hauptbrandmeister einmal beschrieben.

Die Debatte um den freien Eintritt der freiwilligen Feuerwehren in die Bäder der Stadt Trier, die nach der politischen Sommerpause weitergehen wird (siehe Extra), erfordert klare Worte - so sieht es Kurt Hardt. Er stellt sich der Frage, warum die Stadt ihren Feuerwehrleuten das kostenlose Schwimmen ermöglichen soll, während andere Ehrenamtsträger bezahlen müssen.
"Ich schätze jedes Ehrenamt", betont Hardt.

"Ein engagierter Jugendwart im Sportbereich genießt genauso meine Hochachtung wie die Dame oder der Herr in der Telefonseelsorge." Aber die körperliche Belastung im Einsatzbereich der Feuerwehr werde von keiner anderen ehrenamtlichen Organisation erreicht.

Körperliche Fitness sei eine der Grundvoraussetzungen für diese harte und gefährliche Arbeit. "Und wenn wir im Rahmen unserer sportlichen Aktivitäten das Schwimmen für erforderlich halten, dann erwarten wir, dass die Stadt Trier als Trägerin und Nutznießerin der freiwilligen Feuerwehr uns die städtischen Sportstätten auch kostenlos zur Verfügung stellt."

Der freie Eintritt sei dabei keinesfalls ein Bonus oder gar ein Almosen, sondern ein Entgegenkommen der Stadt Trier als Auftraggeberin der Wehren. Hardt: "Durch den Einsatz der ehrenamtlichen kostenlosen Feuerwehrleute im Brand- und Katastrophenschutz wird der Haushalt der Stadt Trier jährlich um Millionenbeträge entlastet." Keine andere ehrenamtlich tätige Organisation erreiche derart unmittelbare Auswirkungen auf die Finanzlage der Stadt Trier.
"Um es ganz deutlich zu sagen: Wir können das Feuer nicht austanzen, sondern müssen es unter härtesten körperlichen Bedingungen mit den uns zur Verfügung stehenden Mitteln bekämpfen", betont Hauptbrandmeister Hardt. Die Einsatzbereiche seien heiß und verraucht, die einzige Lichtquelle sei oft das Feuer selbst. "Permanent sind unsere Leute der Gefahr fallender Trümmerteile ausgesetzt."
Der Obmann betont: Die Feuerwehrleute gehen über die üblichen Grenzen körperlicher Leistungsfähigkeit hinaus und gefährden ihre eigene Gesundheit "Wir erwarten, dass der Stadtrat in unserem Sinne entscheidet."

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Der Antrag
Bis 2010 hatten alle Trierer Feuerwehrleute freien Eintritt ins Nord- und Südbad. Doch mit der Preiserhöhung (der TV berichtete) fiel dieses Privileg für die ehrenamtlichen Brandbekämpfer weg, nur noch die 150 Mitarbeiter der Berufsfeuerwehr und die 84 Mitglieder der Jugendwehren dürfen umsonst rein. Das wollte die FWG-Fraktion ändern und beantragte, wieder allen Feuerwehrleuten freien Eintritt zu gewähren. Doch der Stadtrat fasste am 16. Juni in seiner letzten Sitzung vor der Sommerpause keinen Beschluss, sondern vertagte den Punkt auf Antrag der CDU in die Ausschüsse, wo er nach der Sommerpause weiter diskutiert wird. Mehrere Ratsmitglieder kritisierten eine derartige Bevorzugung der Feuerwehren. Bisher zeichnet sich keine Mehrheit für den FWG-Antrag ab. jp

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