Freiwillig zum Bluttest

TRIER. (red) Um die Befürchtungen aufzugreifen und abzuklären, ob durch Emissionen im Bereich des Trierer Hafens eine erhöhte Belastung der Bevölkerung eingetreten ist, möchte das Gesundheitsamt der Kreisverwaltung Trier-Saarburg eine freiwillige Bestimmung des Blutbleigehaltes bei Anwohnern des betroffenen Gebietes anbieten.

In Zusammenarbeit mit dem Ministerium für Umwelt und Forsten Rheinland-Pfalz und dem Landesamt für Umwelt, Wasserwirtschaft und Gewerbeaufsicht Mainz soll bei rund 50 Personen eine Blutentnahme erfolgen. Die Blutentnahme durch das Gesundheitsamt soll am Samstag, 29. April, zwischen 10 und 14 Uhr im Amtshaus in Pfalzel, Residenzstraße 37, erfolgen. Um eine vorherige Anmeldung unter Telefon 0651/715552 wird gebeten.Im vergangenen Jahr waren bei Luftschadstoffmessungen im Einzugsbereich des Ehranger Hafens durch das Landesamt für Umweltschutz und Gewerbeaufsicht Rheinland-Pfalz leicht erhöhte Werte von Blei und Kadmium im Staubniederschlag aufgefallen. Der Gehalt dieser Schwermetalle im Schwebstaub (Feinstaub) lag unterhalb der gesetzlichen Grenzwerte. Bei mehreren Untersuchungen von Lebensmittelproben aus dem gewerblichen Bereich und bei zwei Proben aus dem privaten Bereich war bei einer Feldsalatprobe eine erhöhte Bleibelastung festgestellt worden. Weitere Untersuchungen des Bodens und von Lebensmitteln sollen stattfinden. Hierzu wird das Ordnungsamt der Stadt Trier nach Beginn der Vegetationsperiode wieder Proben ziehen.

Das Angebot zur freiwilligen Blutuntersuchung richtet sich insbesondere an Kinder ab drei Jahren und an Personen, die im Einzugsgebiet des Ehranger Hafens wohnen und sich von selbst angebauten landwirtschaftlichen Produkten ernähren. Ausgeschlossen werden sollen Personen, die im Bereich der dort ansässigen Metall verarbeitenden Betriebe arbeiten, da bei diesem Personenkreis eine arbeitsmedizinische Betreuung besteht.

Zum Umfang der Untersuchung gehört auch das Ausfüllen eines Fragebogens, bei dem es um die Erfassung von Ernährungsgewohnheiten und die Nähe zum belasteten Bereich geht. Mit der Untersuchungsreihe erhoffen sich die Behörden Klarheit über die Belastungssituation rund um den Trierer Hafen, damit gegebenenfalls auch weitere gezielte Maßnahmen zur Risikoreduzierung veranlasst werden können. Die Messergebnisse werden den Untersuchten persönlich zur Verfügung gestellt, eine anonyme zusammenfassende Wertung wird in Zusammenarbeit von Ministerium und Landesamt für Umwelt, Wasserwirtschaft und Gewerbeaufsicht Mainz sowie dem Gesundheitsamt der Kreisverwaltung nach Vorlage aller Messergebnisse und einem Vergleich mit Referenzwerten in der Literatur erfolgen.