Freizeit in der "Frischluftschneise"

Freizeit in der "Frischluftschneise"

Die zentrale Lage - mitten in der Stadt und doch im Grünen - war vor 25 Jahren für Manfred Al-brecht (67) einer der Hauptgründe, eine Gartenparzelle beim Kleingärtnerverein Trier-Ost zu pachten. Der Garten hat laut seinem Besitzer ein großes Entspannungspotenzial.

Trier. Schon als Schüler habe ich viel Zeit im Kleingarten meiner Eltern verbracht - damals zu viel. Fast jeden Tag nach der Schule und an den Wochenenden habe ich dort geholfen. Für mich stand eigentlich fest, dass ich gerade aus diesem Grund später mal keinen eigenen Garten möchte.
Vor etwa 25 Jahren habe ich mich dann mit meiner Frau Edith zusammen dazu entschlossen, eine Gartenparzelle im Kleingartenverein Trier-Ost zu pachten und habe es bis heute nicht bereut. Im Verein gilt das Motto "jeder hilft jedem", das schätze ich sehr. Die Vereinskollegen sind immer zur Stelle, wenn man sie braucht, und dadurch entstehen hier auch viele Freundschaften. In der Hauptsaison der Kleingärtner, von März bis Ende September, bin ich jede freie Minute mit meiner Frau in unserem Garten. Der größte Teil der Pflanzen im Garten sind Nutzpflanzen wie Kartoffeln, Erdbeeren, Bohnen, Zucchini oder Gurken. Auch kleine Obstbäume stehen auf der Parzelle, beispielsweise Kirsch-, Zwetschgen-, Birnen-, Mirabellen- und Apfelgewächse. Das "Inventar" meines Gartens habe ich größtenteils selbst gebaut. Die zwei kleinen runden Tische hinter der Gartenlaube kann man bei Bedarf einfach in den Boden eindrehen, und der aus Stein gebaute Holzkohlengrill ist während der ganzen Saison ohne Pause in Aktion.
Eines der Feste im Verein habe ich vor etwa 15 Jahren mit ins Leben gerufen: Das "Kennenlern"-Fest, das auch Eigenbrötler aus der Reserve lockt. Der Vorstand des Vereins kam daraufhin auf mich zu und fragte mich, ob ich Lust habe, der Gartenwart des KGV Trier-Ost zu werden. Ich sagte direkt zu, denn die Arbeit hier im Verein gehört mittlerweile zu meinem Leben dazu.
Wenn es allerdings regnet, komme ich nicht extra hierher, dann verbringe ich meine Zeit lieber zu Hause. Der Regen kann im Garten seine Arbeit machen, und wenn wir wiederkommen, können wir bestaunen, wie die Pflanzen gewachsen sind, und auch schon das ein oder andere ernten.
Wenn ich meine Zeit nicht im Garten verbringe, spiele ich gerne Fußball oder gehe mit meiner Frau wandern, die frische Luft ist mir sehr wichtig. Alle meine Hobbys machen mir Spaß, wenn etwas in unangenehme Arbeit ausartet, ist es für mich kein Hobby mehr. Die "Arbeit" in meinem Garten ist keine wirkliche Arbeit für mich, eher ein entspannender Zeitvertreib.

Aufgezeichnet von Kathrin Knieps-Vogelgesang

In unserer Serie "Mein Verein" lassen wir Sie, liebe Leser, zu Wort kommen. Jeden Mittwoch stellen wir einen Verein aus der Perspektive eines Mitglieds vor. Dazu gibt es die wichtigsten Daten über den Verein in Kurzform. Schreiben Sie uns bitte eine E-Mail mit einigen Daten an trier@volksfreund.de
Der Kleingärtnerverein Trier-Ost besteht seit 1914. Insgesamt gibt es 156 Gärten innerhalb der "Frischluftschneise" im Trierer Osten. Jedes Jahr an Pfingsten feiern die Mitglieder das Vereinsfest, und im Sommer gibt es das "Kennenlern"-Fest. Die Pacht einer durchschnittlichen Gartenparzelle beträgt im Jahr etwa 100 bis 120 Euro. Der Mitgliedsbeitrag im Verein beträgt elf Euro zuzüglich einer Wassergeldvorauszahlung von 15 Euro. Die Gartenlaube wird vom Vorgänger übernommen, und die zu zahlende Abstandssumme richtet sich nach Alter und Zustand von Laube und Garten. Im Bereich der Stadt Trier gibt es alles in allem zwölf Kleingartenvereine, die im "Stadtverband der Kleingärtner" zusammengefasst sind. Die zwölf Anlagen umfassen rund 1000 Gärten mit einer Gesamtfläche von rund 315 000 Quadratmetern, ein wesentlicher Bestandteil der Trierer Grünflächen. Mehr Informationen gibt es im Internet unter www.kleingarten-trier.de kkv

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