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Fridays-For-Future: Demo in Trier und Saarburg für mehr Klimaschutz

Fridays for Future : „Wir alle haben die Verantwortung“: 1000 Menschen demonstrieren in Trier und Saarburg für mehr Klimaschutz

Beim Globalen Klimastreik der Fridays-For-Future-Bewegung demonstrieren in Trier und Saarburg mehr als 1000 Menschen für den Klimaschutz.

Als Henry Hoffmann von „Fridays For Future“ gegen zwölf Uhr mittags in Trier die Demonstration zum Globalen Klimastreik der Jugendbewegung eröffnet, steht er längst nicht mehr nur Jugendlichen gegenüber. Mehr als 1000 Menschen jeden Alters sind an diesem Freitag anwesend, um zu demonstrieren.

In seiner Rede bittet Henry Hoffmann die Anwesenden, ihre Stimme bei der Bundestagswahl einer Partei zu geben, die sich kompromisslos für das Klima einsetze. „Wir sind die erste Generation, die etwas von der Klimakatastrophe mitbekommt – und die letzte, die noch etwas dagegen tun kann!“, warnt er. In der breiten Masse herrsche vielfach noch wenig Bewusstsein für die Ernsthaftigkeit der Lage.

Auch Harald Thielen, einer der Anwesenden und Mitglied bei „Teachers for Future“, zeigt sich im Gespräch mit dem TV „enttäuscht und fassungslos“ über den Umgang mit der Klimakatastrophe. Deshalb sei es für ihn besonders wichtig, dagegen zu demonstrieren. „Wir alle haben die Verantwortung!“, fügt eine Demonstrantin hinzu. Die angehende Erzieherin Viktoria Kuhn ist dort, „damit die Kinder, die ich betreue, auch eine Zukunft haben“.

Auf der Bühne machen die beiden Folgerednerinnen Sabine und Maja jeweils auf unterschiedliche Waldgebiete in der Region aufmerksam, die gerodet werden sollen: die Mehringer Höhe und der Wald zwischen Zewen und Igel für den Moselaufstieg. Als Sabine über die bevorstehenden Rodungen redet, werden Buhrufe gegen die Planungen laut. „Weil die Verantwortlichen der Politik die Wirtschaft über den Klimaschutz stellen, ändert sich nicht genug“, sagt sie unter Applaus.

Klimastreik in Trier - Über 1000 Menschen gehen auf die Straße

Bei Majas Rede kommen Erinnerungen an den Hambacher Forst hoch. Wegen einer Bundesstraße solle der Wald zwischen Igel und Zewen weg. Unter dem Motto „Besch bleibt“ besetzen Maja und ihre Mitstreiter das Waldstück mit Baumhäusern. „Wir werden diesen Wald mit unseren Körpern verteidigen“, kündigt sie an. Nach den Redebeiträgen ziehen die Demonstranten durch die Innenstadt.

Auch in Saarburg gehen rund 70 junge Demonstrierende für den Klimaschutz auf die Straße. Die Schüler Tim Kettenhofen (15) und Emilio Stifano Esposito (14) hatten die zweite Klima-Demo in der Geschichte Saarburgs organisiert. Im November 2019 waren bei der ersten Klimastreik-Demonstration rund 200 junge Menschen mitmarschiert.

 Die Organisatoren Emilio Stifano Esposito  und Tim Kettenhofen führen den Saarburger Klimastreik an. (TV-Foto: Dirk Tenbrock)
Die Organisatoren Emilio Stifano Esposito und Tim Kettenhofen führen den Saarburger Klimastreik an. (TV-Foto: Dirk Tenbrock) Foto: Dirk Tenbrock

Die Organisatoren sind froh, dass trotz Corona und der Auflagen der Kreisverwaltung doch so viele Protestler teilgenommen haben. „Wir müssen ein Zeichen für die Jugend setzen, fast 40 Prozent der Wahlberechtigten sind mehr als 60 Jahre alt, auch die wollen wir kurz vor der Wahl wachrütteln. In den kommenden zwei Legislaturperioden werden die Weichen für die Zukunft gestellt werden müssen“, sagt Kettenhofen bei einer kurzen Ansprache zum Start um 10 Uhr am Heckingplatz. Von dort aus zieht der Demonstrationszug mit Fahnen und Bannern durch die für eine gute Stunde gesperrte Saarburger Innenstadt und machte lautstark auf sich aufmerksam.

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