Fridays for future: Rund 2000 Menschen demonstrieren in Trier fürs Klima

Kostenpflichtiger Inhalt: 2000 Menschen protestieren : Fridays for Future in Trier: Die Gegenbewegung zum „Black Friday”

Etwa 2000 Menschen demonstrieren am Freitag in Trier nicht nur für den Klimaschutz. Ihre Kritik gilt auch dem Shopping-Wahn.

Die Rekordzahl der September-Demo (rund 2500 Teilnehmer) wurde zwar nicht ganz erreicht, dennoch sind die Organisatoren von Fridays for Future mit der Trierer Resonanz auf den weltweiten Aktionstag am Freitag sehr zufrieden: Gut 1000 Menschen, darunter größtenteils Schüler, fanden um 10 Uhr trotz Nieselregens den Weg zur Kundgebung auf dem Platz vor der Porta Nigra.

Auf dem Demonstrationszug durch die Innenstadt schlossen sich weitere Personen an. Die Polizei geht von insgesamt 2000 Teilnehmern aus. Mehr als 200 gingen in Saarburg aus die Straße. Die erste Fridays for Future-Demo dort wurde in Trier übrigens mit großem Applaus aufgenommen, nachdem Organisator Elias Roos berichtete, dass eine Mutter und ihr 13-jähriger Sohn die Aktion an der Saar initiiert hatten.

Fridays for Future in Saarburg: 200 Menschen demonstrieren für Klimaschutz

Die Fridays for Future-Aktivisten werden mittlerweile auch in Trier von vielen gesellschaftlichen Gruppen unterstützt. So waren nach Auskunft von Roos am Freitag unter anderem Aktivisten von Students for Future, Scientists for Future und Förster for Future anwesend. Den Transparenten nach zu urteilen, demonstrierten auch viele Umweltgruppen für die Klimawende mit, darunter Greenpeace-Leute und Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft Frieden, die der Trierer Orga-Gruppe von Fridays for Future ihre Räume für die Vor- und Nachbereitung der Demos zur Verfügung stellen.

Auch die Kirche kämpft im Bündnis „Churches for Future” für Klimagerechtigkeit. Ludwig Kuhn von der Diözesanstelle Weltkirche des Bistums Trier sagte, der Klimawandel betreffe am stärksten die sozial Schwachen in der Gesellschaft. Einer weiteren Zerstörung der Lebensgrundlagen könne man nur durch gemeinsame Anstrengungen entgegenwirken.

Foto: Hans Krämer

Elias Roos verzichtete in seiner Rede auf Kritik an den politisch Verantwortlichen und deren Versäumnissen. Dazu sei schon viel gesagt worden, so Roos. Er appellierte an jeden Einzelnen, tägliche Dinge des Lebens zu hinterfragen und daraus Konsequenzen zu ziehen: „Jeder kann sich Ziele setzen für den eigenen Konsum, ob bei der Kleidung, der Nahrung oder dem Strom.”

Es war zu erwarten, dass das Thema Konsum gerade an einem „Black Friday” eine Hauptrolle spielen würde. Eine Schülerin des Angela-Merici-Gymnasiums Trier nahm die „Deals des Jahres” und die Rabattschlachten in den Kaufhäusern in Gedichtform aufs Korn.

„Wir sind hier, wir sind laut, weil ihr unsere Zukunft klaut”, skandierte eine Schülergruppe während der Demo. Auf Transparenten war zu lesen: „Die grauen Herren verheizen unsere Zukunft” oder „Fehlstunden verkraften wir, die Klimakrise nicht”.

Die vermutlich älteste Teilnehmerin war Erna Herrmann aus Lebach (Saarland). Die 96-Jährige besuchte ihren Enkel in Trier, der Geburtstag feierte, und schob bei der Klima-Demo fröhlich ihren einjährigen Urenkel mit dem Kinderwagen durch die Straßen. Auf ihre Motivation angesprochen, antwortet sie dem TV-Reporter: „Ich demonstriere mit, weil ich möchte, dass meine sieben Enkel und zehn Urenkel eine gute Zukunft haben.“

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