Friedenspreis geht nach Föhren

Friedenspreis geht nach Föhren

Die Arbeitsgemeinschaft (AG) Friedensgruppen Rheinland-Pfalz zeichnet Annamalt und Edward Naujok aus Föhren aus. Die Malerin und der Konzeptkünstler erhalten den Friedenspreis 2014. Mit dem TV sprachen sie über die Auszeichnung, Nischenkunst und warum man sich Annamalts Bilder nicht ins Wohnzimmer hängt.

Föhren. Ministerpräsidentin Malu Dreyer, CDU-Landeschefin Julia Klöckner und Oberbürgermeister Klaus Jensen haben mitgemacht: Sie haben einen Willkommensgruß und einen Schlüssel als Zeichen ihrer Gastfreundschaft an bunten Bändern im symbolischen Haus Europa befestigt. Das "Haus" ist eine Mitmach-Performance von Annamalt und Edward Naujok. Dazu gehört die Tür Europas. Sie besteht aus 700 aneinander geschweißten Schlüsseln und symbolisiert eine Welt, in der Türen keine Schlösser und Fremdenfeindlichkeit und Rassismus keinen Platz haben. Kunst für weltoffenes Europa

Die Kunstaktion für ein weltoffenes Europa ist eines der vielen Projekte und Werke der beiden Föhrener Künstler. Vor ein paar Tagen erhielten die Bewohner des bekannten Graffity-Hauses eine E-Mail. Darin stand, dass der Friedenspreis der Arbeitsgemeinschaft (AG) Friedensgruppen Rheinland-Pfalz in diesem Jahr an sie gehe. "Annamalt und Edward Naujok bereichern mit ihren Kunstwerken seit etlichen Jahren die Friedensbewegung in Rheinland-Pfalz und darüber hinaus. Mit der Preisverleihung wollen wir diese Arbeit würdigen und unterstützen", erklärt AG-Sprecher Gernot Lennert. Für Annamalt ist die Auszeichnung, die erstmals an Künstler verliehen wird, auch ein Zeichen, "dass Kunst doch wieder ihrer ursprünglichen Aufgabe zugeschrieben wird - aufzuklären, zu dokumentieren und wachzurütteln." Politisch-kritische Kunst sei heute eher Nischenkunst. Die Bilder der Föhrener Malerin, die Naujok mit Worten ergänzt, hängt man sich nicht ins Wohnzimmer. "Sie sind für den öffentlichen Raum bestimmt", sagt Annamalt. Nach wochenlanger Recherchearbeit und Gesprächen mit "Eddi" fasst die Malerin die Ergebnisse mit Pinsel und Farbe auf große Leinwände. Naujok schreibt dazu ebenso erklärende wie berührende Texte. In jeder Bild-Wort-Kombi spiegeln sich ihre Überzeugungen wider: Zum Beispiel, dass sie nicht an einen gerechten, humanitären Krieg glauben. Die Werke des Künstlerpaars gehen oftmals auf Reisen. Ihre Aktion etwa gegen Atomwaffen, "nuclear grass", ist zurzeit in Finnland und Schweden unterwegs. Zuvor lag sie sogar vor der Tür des Nato-Hauptquartiers in Brüssel. Annamalt und Edward Naujok verstehen sich als Botschafter in der Kunst - für eine friedlichere und gerechtere Welt. katWeitere Informationen finden Interessierte im Internet unter der Adresseannamalt.net