Friedlich, aber bestimmt: 100 Menschen demonstrieren für soziale Gerechtigkeit in Trier

Kundgebung : Friedlich, aber bestimmt: 100 Menschen demonstrieren für soziale Gerechtigkeit

Rund 100 Demonstranten sind am Montag durch die Stadt gezogen – für soziale Gerechtigkeit, die diesen Namen auch verdiene. Anlass war der Tag der Arbeit am 1. Mai.

Mit wehenden Fahnen und Transparenten ziehen sie durch Trier.  „Grenzenlose Solidarität“ oder „Befristungen abschaffen!“ ist auf den Bannern zu lesen. „Hoch die internationale Solidarität“, tönt es in Sprechchören durch die Straßen. Von der Porta Nigra bis zum Orli-Torgau-Platz zeigen Demonstranten am Montag friedlich Haltung. Sie demonstrieren gegen viele Ungerechtigkeiten auf der Welt. Und, um „auf die Ursprünge des Tags der Arbeit hinzuweisen“, sagt Dieter Schwang. „Auf die Spaltung zwischen der Arbeiterklasse und den Kapitalisten.“  Er ist extra aus Saarbrücken angereist, um zu demonstrieren. Der 1. Mai gilt seit mehr als 130 Jahren als der Kampftag der Arbeiterklasse. Um für bessere Arbeitsbedingungen einzustehen, ging das Proletariat damals auf die Straße. Aus schlechten Löhnen, schlechten Arbeitszeiten und schlechten Randbedingungen folgten schlecht gelaunte und wütende Arbeiter. Damals wurden sie stark unterdrückt. Und deshalb forderten sie ein größeres Entgegenkommen von ihren Arbeitgebern. Die Gewerkschaften riefen damals zum Demonstrieren auf.

Auch dieses Jahr startete der Deutsche Gewerkschaftsbund einen Aufruf zum Tag der Arbeit. In dem heißt es: „Der 1. Mai ist unser Tag der Solidarität. Wir demonstrieren gegen Krieg und Intoleranz, Rassismus und Rechtspopulismus.“ Und damit können sich die Veranstalter „Maibündnis Trier“ identifizieren.

Nach wie vor fordern die Veranstalter bessere Löhne und kürzere Arbeitszeiten, aber sie stehen auch für den Kampf gegen Rassismus, Faschismus und Waffenlieferungen ein. „Für soziale Gerechtigkeit, die diesen Namen auch verdient“, sagt ein Demonstrant. Damit sei nicht die soziale Gerechtigkeit gemeint, die die SPD fordere. Die sei nämlich keine, heißt es weiter. „200 Jahre Karl Marx und kein Ende der elenden Verhältnisse in Sicht“, ist im Flyer des Maibündnisses Trier zu lesen.

Toni Grasmück hat sich dem Straßenzug angeschlossen: „Die Menschen fixieren sich zu sehr auf materielle Güter. Wichtige Ziele wie die Verbesserung des Gemeinwohls oder der Schutz des Lebensraums kommen allzu häufig zu kurz.“ Auch Zuwanderung oder Fremdenfeindlichkeit sind vereinzelt Thema. Die meisten aber demonstrieren, weil ihnen diese Themen sehr am Herzen liegen: Waffenlieferungen, Hunger, Ungleichheit, Klimawandel. Die Liste ließe sich lange fortführen. „Solidarität muss praktisch werden“, klingt es aus den Reihen der Demonstranten.

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