Frisch, regional und friesisch blau

Frisch, regional und friesisch blau

Bewährtes Konzept an traditionellem Termin: Zum 23. Mal boten Erzeuger von regionalen Produkten und Kunsthandwerker am Samstag vor dem Erntedanksonntag ihre Waren auf dem Trierer Porta-Nigra-Platz an.

Trier. Fast war es auf dem sonnendurchfluteten Platz vor der Porta Nigra am Samstag schon zu heiß zum Bummeln und Flanieren. "Schönes Wetter, aber zum Trinken von Kurzen lädt das nicht gerade ein", sagte denn auch Seniorchef Matthias Bohr vom Welschbilliger Bohrhof, der Edelbrände und Liköre im Angebot hatte.
Zum Trinken von Schnaps mag die Hitze wohl tatsächlich nicht angeregt haben, zum Kaufen in diesem Moment schon, wie eine Frau aus Eberbach am Neckar bewies. "Weihnachten steht doch vor der Haustür, da bietet es sich doch an, auf dem schönen Markt hier was zu kaufen!" In ihrem Fall etwas Hochprozentiges aus der Eifel.
Vormittags seien viele Stammkunden, nachmittags mehr Touristen zum Markt gekommen, berichtete Aussteller Bohr. Am frühen Nachmittag zeigte sich der Markt gut besucht. 17 Anbieter aus der Eifel, vom Hunsrück, von Mosel und Sauer boten erntefrisches Obst und Gemüse, Kürbisse, Kräuter, Honig, frisch gebackenes Brot, Wurst oder Käseleckereien an.
Letztere waren für gute Nasen selbst auf einige Meter Entfernung deutlich wahrnehmbar, genauso wie frisch ausgebackene Reibekuchen.
Die Liebe zum Bauernmarkt geht jedoch nicht nur durch den Magen. "Ich bin extra zum Bauernmarkt gekommen, als ich las, dass man hier alte Apfelsorten bestimmen lassen kann", sagte Elisabeth Fey aus Trier. Sie freute sich, dass ihr am Stand des Naturschutzbundes die Namen von alten Apfelsorten ihrer eigenen Obstwiese genannt werden konnten. "Das sind ein Porzen-Apfel und ein Apfel aus Croncels, also kommt er aus Frankreich", erklärte sie.
Welcher Apfel ist denn das?


Neben weiteren Dienstleistungsangeboten und Ständen mit handgefertigten Textilien war auch der Völklinger Hans-Dieter Gräßer mit seinen Vogelhäuschen und Nistkästen sowie Insektenhotels dabei - teils angestrichen in Friesischblau, wie er betonte. Ob das wohl der regionalen Vogel- und Insektenwelt gefallen würde, sinnierte eine Frau augenzwinkernd und beladen mit frischen Küchenkräutern aus der Eifel. Sie genieße das einheimische Angebot, "das doch eigentlich viel häufiger in die Stadt kommen könnte".
Der 23. Bauernmarkt wurde von der Trierer Dienststelle der Landwirtschaftskammer Rheinland-Pfalz in Zusammenarbeit mit Erzeugern von regionalen Produkten organisiert.